Lions praktisch gerettet!
Am Ende durften nicht nur die Fußballfans jubeln, sondern auch die der Lions. Um 22.08 Uhr, knapp zwei Stunden vor Ablauf der Frist, konnten sie vermelden: „Wir haben die nötigen Lizenzunterlagen eingereicht.“ Die Rettung ist somit zu 95 Prozent sicher, allerdings steht noch die Bestätigung durch die Wirtschaftsprüfung der DEL aus. Am 2. Juli will die Liga endgültig bekannt geben, welche Klubs in der kommenden Saison spielen.
Ein großer Schritt war das Entgegenkommen der Stadt Frankfurt in Sachen Mietschulden und künftiger Mietforderungen. Dennoch war eine Deckungslücke in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro für die kommende Saison offen. Neben einer Bürgschaft der die Lions besitzenden Gesellschafter der SSD AG um Chef Siggi Schneider in Höhe von rund 1,2 Millionen, blieb immer noch eine zu deckende Lücke von gut 1,5 Millionen. Wie die Lions nun die restliche Summe aufgetrieben haben, ließen sie gestern noch offen.
Stadt kommt Lions entgegen!
Und sie bewegt sich doch, die Stadt Frankfurt. Am heutigen Dienstag machte die Stadt Frankfurt den Lions die ersehnten Zugeständnisse: „Beide Parteien sind zu einem Konsens gekommen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Lions.
Im Klartext bedeuted das: Die rund 800 000 Euro an Altschulden aus nicht oder unzureichend gezahlter Miete für die Eissporthalle fließen nicht als Verbindlichkeiten in die Bilanz ein. Wie die Lösung genau aussieht, wurde nicht genau benannt. Ein kompletter Erlass der Schulden scheint aus politischen Gründen eher unwahrscheinlich. Entweder gibt sich die Stadt mit einem stark reduzierten Restbetrag zufrieden oder verzichtet schriftlich auf das Eintreiben der Schulden. In jedem Fall ein wichtiger (Zwischen-)Schritt auf dem Weg zur Rettung.
Gleichwohl besteht für die kommende Saison noch eine Finanzierungsslücke von rund 2,5 Millionen Euro. Zwar haben die Gesellschafter der SSD AG um Lions-Chef Siggi Schneider entschieden, eine Bürgschaft für einen gut siebenstelligen Betrag zu erteilen. Dennoch bleibt eine Summe von 1,5 Millionen Euro übrig, der durch weitere Investoren, Sponsoren und Unterstützer bis Mittwochabend aufgebracht werden muss.
Korrektur: Frist läuft bis zum 23. Juni
Den Lions bleibt ein Atemzug mehr Luft. Die Frist der DEL läuft bis zum 23. Juni, 24 Uhr.
DEL setzt Frist zum 22. Juni – städtische Absichtserklärung nicht ausreichend
Nach einer Anhörung im Rahmen des DEL-Lizenzierungsverfahrens am heutigen Mittwoch hat der DEL-Aufsichtsrat den Frankfurt Lions weitere Auflagen gemacht und eine finale Frist bis zum kommenden Dienstag, den 22. Juni, 24 Uhr gesetzt, um die wirtschaftliche Tragfähigkeit für die Erteilung der DEL-Lizenz nachzuweisen.
Zwar liegt den Lions mittlerweile eine Absichtsbekundungen der Stadt Frankfurt vor. Doch die hat einen Pferdefuß. In dem schriftlichen Dokument der Stadt Frankfurt wird eine mögliche Unterstützung erst nach Klärung der aktuellen finanziellen Lage in Aussicht gestellt, was von der DEL als derzeit nicht ausreichend und relevant für die Wirtschaftsprüfung angesehen wird.
Cherno kurbelt am Donnerstag persönlich den DK-Verkauf an
Die Lions arbeiten derzeit an allen Fronten an der Rettung des Profi-Eishockeys in Frankfurt. So ist am vegangenen Donnerstag die Unterstützer-Aktion “Bist Du ein Löwe?” angelaufen. Dabei können Fans und Zuschauer zum ursprünglich bis Ende Mai vorgesehenen Vorzugspreis für alle Dauerkarten diese vergünstigten Tickets bis zum 15. Juli 2010 ordern. Seit dem Start der Aktion liegen den Frankfurt Lions bereits rund 120 weitere Dauerkarten-Bestellungen vor. Damit ist die Gesamtzahl aktuell auf insgesamt über 850 Bestellungen gestiegen. Ziel ist es bis zum Stichtag (15. Juli 2010) eine Gesamtzahl von 2500 Dauerkarten-Bestellungen vorliegen zu haben.
Am kommenden Donnerstag, den 17. Juni 2010, haben alle Lions-Fans und Freunde die Gelegenheit, Rich Chernomaz auf der Geschäftsstelle der Frankfurt Lions im Rahmen in der Mainzer Landstraße 160 zu treffen. Von 17 bis 18 Uhr wird der Lions-Coach die Dauerkarten-Bestellungen persönlich in Empfang nehmen sowie allen Besuchern Rede und Antwort stehen: „Jeder ist jetzt gefordert, auch Spieler und Trainer.“ Auch Pressesprecher Matthias Scholze wird Fragen zum Stand der Dinge beantworten: „Wir verstecken uns nicht, sondern wir wollen Flagge zeigen.“
Kein Risiko beim DK-Kauf
Für alle Dauerkarten-Besteller besteht kein Risiko, dass ihr Geld verloren geht, denn die Bezahlung der bestellten Dauerkarten erfolgt nach der Klärung der finanziellen Lage der Frankfurt Lions. „Für alle Fans, die eine Dauerkarte bestellen, besteht daher kein finanzielles Risiko für den Fall, dass aufgrund der Insolvenz der Spielbetrieb nicht zustande kommt“, so der vorläufige Insolvenzverwalter der Frankfurt Lions, Rechtsanwalt Fabio Algari.
Im Übrigen erwarten die Lions bis zum Mittwoch ein schriftliches Angebot hinsichtlich einer reduzierten Hallenmiete und den Umgang mit den aufgelaufenen Altschulden.


