Mayr&Kunce – Konkurrenz belebt das Training
Oh ja, das hat schon etwas mit Playoff-Intensität zu tun!
Zwar geht in 24 Stunden „nur“ die Meisterrunde in der Oberliga los, doch angesichts der Konkurrenz um die ersten vier Plätze zählt jeder Sieg so viel wie in einer Playoff-Serie!
Das merkt man auch im Training der Löwen, das diese Woche deutlich an Konzentration und Tempo zugenommen hat. Auf der Außenfläche der Eissporthalle geht es ordentlich zur Sache. Die Späße beschränken sich nur auf die kleinen Pausen. In den Übungen geht es viel um Turnovers und schnelles Spiel nach, es wird so hart gekämpft wie in einem Spiel. Geht die Scheibe verloren dreht keiner ab, sondern arbeitet auch nach hinten.
Mayr: „Training in Frankfurt wie in 2. Liga“
Ein Grund für den verschärften Trainingseinsatz sind auch die beiden neuen Akteure der Löwen, Roland Mayr und Daniel Kunce. Beides Spieler mit viel DEL-Erfahrung – und das merkt man. Zugleich wird der interne Konkurrenzkampf geschürt. Mayr etwa wurde in der 2. Angriffsreihe als Center mit Martin Schweiger ausprobiert. Das kann entweder eng für Sven Breiter oder Max Seyller werden.
Mayr fühlt sich auf Anhieb wohl in Frankfurt, kennt von früher Breiter, Daniel Sevo und Max Seyller: „Ich bin froh hier sein zu können, denn zuletzt in Ingolstadt und München hab ich kaum gespielt.“ Auf die Frage, warum er nicht ein Angebot aus der 2. Liga angenommen habe räumt er offen ein: „So viel Angebote gab es nicht. Die Löwen haben sich um mich bemüht, das gab den Ausschlag. Außerdem haben wir hier gute Chancen für die Playoffs.“ Zum Niveau des Oberligatrainings zeigte er sich angenehm überrascht: „Natürlich kann man das nicht mit einem DEL-Topteam wie Ingolstadt vergleichen, aber ich war vergangene Saison und in Schwenningen und hab auch schon in Bietigheim trainiert – und das sehe ich kaum einen Unterschied zu Frankfurt.“
Daniel Kunce: Ein echtes Pfund in der Defensive
Veteran Daniel Kunce kam nach einer siebenstündigen Autofahrt aus Tschechien kurz vor dem Training an und ging gleich aufs Eis (übrigens begleitet von Kunce jr., der es nicht mehr nach Krefeld schaffte und mittrainierte). Die Anstrengung merkte man ihm jedoch kaum an. Die Erfahrung von fast 800 DEL-Spielen geht nun mal nicht so schnell verloren. Und seine körperliche Präsenz ist weiter ein echtes Pfund. Allerdings gestand er später: „Ich war lange nicht mehr auf dem Eis, da tun einem schon ein bisschen die Füße und Beine weh.“ An Fitness mangelt es ihm jedoch nicht: „Ich war im vergangenen Jahr viel Tauchen und im Winter Ski fahren.“ Warum er sich noch einmal entschlossen hat, die Schlittschuhe zu schnüren, erklärt er so: „Als die Lions Pleite gingen, hatte ich erstmal keine Lust mehr auf Eishockey. Und das eine Jahr ohne Hockey hat mir gut getan. Aber jetzt hatte ich von Woche zu Woche wieder mehr Lust. Und bevor ich mich im Fitnessstudio langweile, spiele ich doch lieber wieder Eishockey“, meint er mit Schwejkschem Schalk. Im Übrigen dürften mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Pass-Formalitäten für Kunce bis Freitag erledigt sein.
Keine Frage, dass der 40-Jährige in einem der beiden Top-Verteidigerpaare spielen wird. Auch hier belebt die Konkurrenz das Geschäft. Raphael Wagner – zwar noch im „Kein Körperkontakt“-Trikot – machte zum ersten Mal seit Wochen wieder eine komplette Trainingseinheit mit. Zwar war er danach völlig platt, aber immerhin.
Der Spaß blieb übrigens nicht total auf der Strecke. Nach dem abschließenden „Shoot-out“ auf die Torhüter gab die „rechte“ Gruppe eine nette Schwimm-Einlage: Wie Freistil-Schwimmer machten sie einen „Diver“ aufs Eis und kraulten dann so lange wie es ging.
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