Das letzte Aufbäumen war umsonst

Was bleibt nach einem Spiel voller Emotionen, einen tollem Comeback und dennoch einer bitteren Niederlage am Ende?
Die gute Botschaft ist: Trotz der 4:6-Niederlage gegen Kassel haben die Frankfurter Löwen Eier in der Hose bewiesen, sich verzweifelt und tapfer gewehrt. Mit ein bisschen „fortuna de la guerra“ wäre der große Befreiungsschlag möglich gewesen.
Die triste Wahrheit ist: Mit der vierten Niederlage in Folge und der vierten Derbypleite gegen Kassel sind die Aussichten der Löwen auf ein Erreichen der Top-Vier und somit der Endrunde quasi auf dem Nullpunkt angelangt. Duisburg liegt sechs Spieltage vor Schluss schon 9 Punkte vor, Kassel sechs (de facto sieben, durch den besseren direkten Vergleich).

Fehler töten Leidenschaft

Mangelnde Leidenschaft und Kampfgeist konnte man dem Team dieses Mal nicht vorwerfen. Trotz eklatanter Fehler bei den ersten drei Gegentore im 1. Drittel gab sie ein großes Comeback im Mittelabschnitt und drehte die Partie von 1:3 auf 4:3. Aber was half es? Nichts.
Objektiv stehen erneut sechs Gegentore in der Statistik, wie schon vergangenen Freitag in Dortmund oder vor zwei Wochen in Kassel. Noch bedenklicher: Alle sechs Gegentore am Sonntag gegen Kassel kassierten sie fünf gegen fünf.
So kann man letztlich keine Spiele gewinnen, schon gar nicht, wenn die eigene Offensive weitestgehend lahm gelegt ist. Neben Topscorer Simon Barg fehlte diesmal auch noch der dritte Center Max Seyller mit einer Schulterverletzung.

Bresagk: „Wir werden Einiges verändern müssen“

Längst sehen die Verantwortlichen die Lage realistisch. „Platz vier ist kaum noch möglich, Platz fünf ist nicht akzeptabel. Das muss jedem Spieler klar sein“, so Trainer Clayton Beddoes, „und es dürfte auch jedem Spieler klar sein, das diese Saison Konsequenzen für die Teamzusammensetzung in der nächsten Spielzeit hat.“ Das letzte Wort hat Sportdirektor Michael Bresagk, aber auch er sagt: „Wir werden Einiges verändern müssen.“
Das bleibt.

Kommentare

4 Kommentare zu “Das letzte Aufbäumen war umsonst”

  1. MagicMike am Mo 30.01.12 09:45

    Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen auch mal fragen, ob sie nicht taktisch auch überfordert waren. Drei leichte Torwartfehler in einem Spiel und ein Drittel lang nur mit 2 Reihen spielen, wer soll das aushalten?

  2. Christian am Mo 30.01.12 13:51

    Ich möchte mich MagicMike anschließen. Anders als gegen Bad Nauheim hat diesmal nicht die gesamte Mannschaft das Spiel verloren, sondern unser Torwart Boris Ackers! Mindestens zwei Tore gehen allein auf seine Kappe und ich kann es ihm nicht einmal übel nehmen. Denn er ist nach seiner langen Verletzung noch weit weg von seiner alten Form. Daß müßte aber eigentlich auch das Trainergespann erkennen und welche Unsicherheit das in die Mannschaft bringt. Seit Boris Ackers wieder im Tor steht haben wir jedes Spiel verloren. Fairneßhalber muß natürlich auch gesagt werden, daß seit diesen fünf Spielen auch Simon Barg verletzt ist. Das ändert jedoch nichts an der schwachen Form unseres Torhüters gegen Kassel, zumal er auch gegen Bad Nauheim keine gute Figur machte. Wenn wir wirklich noch die minimale Chance für die Top Vier nutzen wollen, brauchen wir einen Torhüterwechsel und eine Rückkehr von Christian Wendler zwischen die Pfosten. Auch wenn dieser zeitweilig mit Unsicherheiten zu kämpfen hatte, so bleibt uns nicht viel anderes übrig… Es muß sich jedoch erneut gefragt werden, warum die 4.Reihe um die “Kämpfer” Blacky Schwarzer und Tim Bornhausen nur 1 Mal zum Einsatz kam, während von der 1. Reihe mit Roland Mayr und Jan Barta das ganze Spiel über nichts zu sehen war…

  3. Trevor Young am Mo 30.01.12 14:43

    Das letzte Wort hat Sportdirektor Michael Bresagk, aber auch er sagt: „Wir werden Einiges verändern müssen.“
    Das bleibt. Zitatende von oben, heute, 30.01.2012.

    Ich finde obiges Zitat von MB mal wieder einmalig.

    Meiner Meinung müsste die Frage korrekterweise lauten: Ich, als Gesellschafter, sportlicher Leiter und Cotrainer muss mich fragen, was kann ich überhaupt noch beibehalten von den Strukturen?

    Kann ich alle eigentlich allen Aufgaben gerecht werden?

    Oder muss ich mich als stiller Gesellschafter zurückziehen?

    Diese Fragen stellen sich und zwar unabhängig von der Ligenzugehörigkeit.

    Für mich bleibt in diesem Zusammenhang eine Pressekonferenz im Anschluss an die Finnensaison im alten Presseraum unvergeßlich. Dort wurde umgesetzt, was auch jetzt bei den Löwen unabdingbar ist: Es wurden Chinsewalls gezogen und klare Verantwortlichkeiten geschaffen. Bernie hat mit hochrotem Kopf, im typischen P + C Pullover (grün, rot und gelb) und einen Zahnstocher kauend, erklärt, dass es fortan Gesellschafter (Schröder), einen Geschäftsführer (später Kress), einen Manager (Bernie) und einen Trainer geben würde. Außerdem hat er in dieser Pressekonferenz auf die von Manni Schäfer gestellte Frage, welcher Spieler bleiben würde geantwortet: Er würde alle Spieler mit dem Bulldozer in den Main schieben und wer zurück an Land kommen würde, könnte eventuell bleiben. „Bulldozer-Bernie“ war geboren und die Grundlage für eine interessante Periode war geschaffen.

    Übrigens durften nach meiner Erinnerung 4 Spieler bleiben.

    Ohne Kenntnis von Gehältern und Insiderwissen würde ich auch nur 4 Spieler behalten: Wagner (wenn fit), Breiter, Althenn und Seyller.

    Zusätzlich sollte man Ansink fördern und aufbauen und wenn der Preis stimmt eventuell noch Mayr behalten.

    Richtig ist natürlich auch, dass Bernie die Chinsewalls selber immer wieder gebrochen hat und schlussendlich genauso gescheitert ist, wie MB, jedoch wurden wenigstens die PO erreicht.

    Unsere beste Zeit hatten wir in meinen Augen mit klarer Trennung unter Schröder als Gesellschafter, mit den Managern Nethery und Norris und Cherno als Trainer.

    P.S. Wann sind eigentlich die 4 Wochen um und Kunce ist bei 100 % seines Leistungsvermögens?

  4. Christian am Di 31.01.12 13:33

    Im Großen und Ganzen pflichte ich Trevor Young bei. Die Kombination von Michael Bresagk als Gesellschafter, Co-Trainer und Sportlicher Leiter in einem kann auf Dauer auch in einer Oberliga nicht gut sein und funktionieren. Das wurde in der Lions-Vergangenheit schon hinlänglich bewiesen. Doch wie MB gestern abend im Mainova-Talk schon sagte: “Wir haben in dieser Saison einiges gelernt!” Das ist doch was! Immerhin hat er endlich mal ein Interview im Plural beendet und nicht schon wieder wie zu Beginn in der 3.Person gesprochen (“Man kann damit nicht zufrieden sein…” etc.)
    Doch ich möchte nicht zu kritisch sein. Ich glaube fest an die sportliche Kompetenz von Michael Bresagk und daß diese Saison wirklich einen hohen Lehrwert für uns alle hatte. In der nächsten Saison wird sich einiges ändern (müssen), allen voran brauchen wir zwei starke Kontigentspieler, von denen Simon Barg einer sein könnte. Ich würde es mir jedenfalls wünschen, wenn er wieder ganz gesund wird. Zudem brauchen wir in der Abwehr mindestens einen, besser zwei echte Blueliner, so wie es Kassel hat und wie wir es damals mit Toni Forster und Tom Thornbury auch hatten. Außerdem brauchen einen entsprechend großen Kader, damit wir auch bei verletzungsbedingten Ausfällen zumindest zweitweise mit vier Reihen spielen können. Denn ich möchte in der nächsten Saison mehr von Blacky Schwarzer und Tim Bornhausen und ihrem Kampfgeist sehen…

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