8:1 – Zeichen gesetzt

Manchen Leuten kann man es einfach nicht recht machen. Boris Ackers zum Beispiel: „Erstes Spiel seit vier Monaten, erster Schuss: drin – na super.“ Doch Sekunden später dachte er: „Jetzt kann es nur noch besser werden.“ Und wurde es auch. Es sollte die einzige miese Erfahrung für Ackers an diesem Abend werden. Am Ende stand nicht nur der überraschend hohe 8:1-Sieg gegen die Füchse Duisburg – allegemein als schärfster Konkurrent um Platz vier gehandelt – sondern auch eine Fangquote von 95,7 % für Ackers. Allerdings muss man ehrlicherweise einräumen: Die Duisburger Schussqualität war nicht die beste. Sei´s drum, ein ideales Comeback-Spiel für Ackers, der bei der Vorstellung frenetisch begrüßt wurde.

Wichtiger Sieg gegen die Statistik

Dass Ackers nicht zum Matchwinner werden musste lag ein seinen Vorderleuten, die eine zornige Antwort auf die 3:6-Derby-Niederlage in Kassel fanden. Nach dem Frankfurter Motto „ebe langt´s“ bügelte das Team den Gast förmlich vom Brett. Da wurde auch das 0:1 nach 8 Minuten bedeutungslos.
In Fankreisen wird gern die Bilanz gegen Top-5-Teams bemüht, die bislang tatsächlich nicht so toll war. Am Sonntag wurden gleich zwei Statistiken aufgebessert: Nach zwei Niederlagen gegen Duisburg war dies der erste „Dreier“ gegen die Füchse. Gleichzeitig gelang den Löwen zum ersten Mal ein Comeback-Sieg nach Rückstand gegen ein Top-5-Team. Qualitäten, die in der entscheidenden Saisonphase gefragt sind.

„Leader“ zeigen sich

Zu Lions-Zeiten war eine beliebte These von Trainer-Legende Rich Chernomaz: „In wichtigen Spielen müssen die Besten die Besten sein.“ Gemeint ist: Leistungsträger müssen sich als solche erweisen. Gegen Duisburg war das so. Dass die Füchse nur mit vier Verteidigern und nur drei, statt möglichen acht Fölis antraten – geschenkt. Das ist deren Problem.
Beim 1:1 nach 10 Minuten wurschtelte offiziell Roland Mayr die Scheibe ins Tor, aber auch Simon Barg und Thomas Schenkel waren an diesem Kraftakt beteiligt. Genau das erwartet man von Akteuren, die Klasse für sich in Anspruch nehmen. Am Ende machte Ex-DEL-Akteur Mayr eine Drei-Tore-Spiel (insgesamt 5 Treffer in 4 Spielen), Topscorer Barg – trotz „nur“ einem Punkt – nahm die Leader-Rolle an, mittlerweile steht er bei 55 Scorerpunkten nach 26 Spielen. Auch Jan Barta – ständig wird nach einem „Sniper“ gefragt – machte nicht nur das wichtige 3:1, sondern auch sein 22. Tor. Ryan Fairbarn machte Punkte 29-31. Damit ist er viertbester Scorer der Löwen – als Verteidiger.

Dritte Reihe kann zur Waffe werden

Auch der Kapitän, Martin Schweiger, gab das Tempo vor. Mag seine Scoring noch nicht wie gewünscht sein, riss er viele Räume, war bei vier Toren auf dem Eis. Über Sven Breiter muss man ohnehin nicht viele Worte verlieren: Er ist ein Stachel im Herz der Gegner.
Genau so erfreulich: Die 3. Reihe ist nicht mehr das 5. Rad am Wagen. Das Duo Seyller/Thau funktioniert immer besser. Schon in Kassel legte Thau das 1:0 von Sevo vor, gegen Duisburg wirbelte Thau die Duisburger kräftig durcheinander. Bei Seyllers Geburtstagsgeschenk zum 2:1 legte er auf, sein 4:1 war ein Klasse-Solo von links hinten nach rechts vorne mit tollem Abschluss. So kann die 3. Reihe zu einer Waffe werden.
Sicher schmerzen Derby-Niederlagen, keine Frage. Doch Siege wie gegen Duisburg sind sind für die Top-4-Quali ungleich wichtiger. Der Rest – Siege gegen Bad Nauheim oder Kassel – sind „nur“ ein Bonus. Sachlich gesehen.

Kommentare

Ein Kommentar zu “8:1 – Zeichen gesetzt”

  1. MagicMike am Mo 16.01.12 14:32

    Vor allem wurde wirklich jeder Check zu Ende gefahren, um mal die Kritik aus dem letzten Spiel aufzugreifen. Ich habe schon lange nicht mehr die Banden so wackeln sehen!!! Weiter so, dann ist Platz 4 kein Problem

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