5:2 in Ratingen: Ernüchterung trotz Sieg
Unter anderen Umständen wäre der erste Sieg nach vier Niederlagen – noch dazu auswärts – ein Grund zum Jubeln gewesen. Doch nach dem 5:2 (4:1, 1:0, 0:1) in Ratingen war bei den Löwen niemand nach großen Gesten zu Mute. Denn wie im richtigen Leben zeigt sich auch im Eishockey: Musst du dich auf andere verlassen, bist du verlassen. Denn die erhoffte Schützenhilfe aus der Wetterau blieb aus: Die Grippe-geschwächten Roten Teufel unterlagen in Duisburg. Somit liegen Nauheim, Dortmund und Duisburg mit 21 Punkten an der Spitze gleichauf und die Löwen neun Zähler dahinter. Kassel liegt weiter sechs Punkte vor Frankfurt.
Das Spiel in Ratingen war keine Offenbarung, aber zumindest das erste Drittel mit vier Löwen-Toren recht ordentlich. Insgesamt gelang Sven Breiter und Ryan Fairbarn jeweils ein Doppelpack, gleich drei Tore erzielten die Löwen im Powerplay, bei sechs Gelegenheiten immerhin eine Quote von 50 Prozent.
Rundum gelungenes Rahmenprogramm
Neben diesem positiven Trend waren es auch sonst eher die netten Kleinigkeiten, die den Eishockey-Liebhaber an diesem Abend erfreuten:
In der Halle war es bei weitem nicht so kalt wie befürchtet. Man hätte es auch notfalls ohne lange Unterhose aushalten können.
Die Ratinger Ice Alien haben nicht nur als einer der wenigen Oberligaclubs Cheerleader, die Gruppe der Tänzerinnen ist zudem fast größer als der Kader der Mannschaft. Und trotz der bescheidenen 313 Zuschauer taten die Mädels ihr bestes.
Die zweite gute News aus Ratingen: Die Insolvenz ist vorläufig abgewendet, die neuen Macher konnte mit einigen großen Gläubigern eine Einigung erzielen. Zwar stimmt es, dass den Spielern bis zum 29. Februar gekündigt würde. Doch wenn die Ratinger auch noch in den März hinein Spiele in der Pokalrunde absolvieren müssen, bekommen die Akteure Wochen-Verträge.
Der Fanartikel-Shop in Ratingen ist ein Kleinod. Ein bekannter Eishockey-Archivar erstand ein Original Christian Ehrhoff-Trikot für preiswertes Geld, ein Frankfurter Berichterstatter beschenkte sich mit einer Spielzeug-Zamboni in Blackhawks-Design. Noch nicht im Fanshop, aber Hit-verdächtig: Der Autor dieser Zeilen überraschte mit einer Wollmütze in „Kit“-Design.
Und zu guterletzt gab es eine Uralt-Fan-Freundschaft zu bestaunen. 10 Dänen von Bröndby Kopenhagen unterstützten die Löwen und den Fanclub Kriftel. Die Freundschaft rührt noch aus Eintracht Frankfurt-Eishockeyzeiten!
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