3:2 – „last man stand“ kämpft mit Leidenschaft

Analog vs. Digital, reale Reaktion gegen virtuelle Anfeindungen – so könnte man die Situation der Löwen zwischen der 3:7-Pleite gegen Hamm und dem tapferen 3:2-„last man stand“ gegen Königsborn zusammenfassen. Besonders im Internet und dem Löwen-Forum „playground“ tobten sich diverse „Hassprediger“ aus. Und um es klar zu stellen: Nach dem desolaten 3:7 (und anderer Fehlleistungen zuvor) war harte Kritik durchaus angebracht. Aber es kommt auch immer auf den Ton an. So konnte man mit einer gewissen Spannung erwarten, wie das reale Publikum am gestrigen Freitag reagieren würde. Verhalten? Kritisch? Unterstützend?

Gerade noch 10 Mann

Angesichts der personellen Lage – nach dem kurzfristigen Ausfall von Dominique Hensel (Kreislaufzusammenbruch beim Warmmachen) traten die Löwen mit nur noch 4 Verteidigern und sechs Stürmern an – musste man weiteres Ungemach befürchten. Auf der Bank saßen nur noch fünf Leutchen, die zum Wechsel bereit waren. Nicht wenige Zuschauer dürften so eine „short bench“ noch nie gesehen haben (2002/03 ist lange her). Und die Fans reagierten sehr fair. Wer kann bei so einem Häuflein der Letzten noch ausgepfiffen werden? Klar, der Gegner aus Unna hatte auch nur 12 Feldspieler, aber immerhin seine Besten dabei. Von Beginn honorierten die Löwen-Fans, dass die Mannschaft alles gab.

Unberechtigte Pfiffe gegen Beddoes nach 45 Minuten

Natürlich half das 1:0 (4.) durch Kevin Thau nach toller Vorarbeit von „Blacky“ Schwarzer. Danach vergab Martin Schweiger zwei „Hundertprozentige“ und Königsborn erzielte den Ausgleich kurz vor Ende des Drittels. Wunderdinge durfte man von den 10 Löwen nicht erwarten, aber sie spielten dieses Mal mit großer Leidenschaft.
Dafür gab es nach 45 Minuten Pfiffe gegen Trainer Clayton Beddoes – in Unkenntnis der Lage. Denn zu diesem Zeitpunkt beim Stand von 1:1 wechselte er Torhüter Christian Wendler gegen Boris Ackers aus. Was keiner verstand – dies war ein Trick von Beddoes, um der Mannschaft Luft zu verschaffen: „Mit einem Torwartwechsel gewinnt man eine Minute zum Verschnaufen.“ Etwa für Ryan Fairbarn, der im Schlussabschnitt 8:25 Minuten am Stück auf dem Eis stand. Wenig später wechselte Beddoes zurück. Und das mit Erfolg! Nach 48:25 traf Thomas Schenkel zum 2:1 im Powerplay, Vorlage Fairbarn. Nun durfte auch der Kanadier mal eine Pause machen. Daniel Sevos Schlagschuss nach 50 Minuten machte alles klar, Alexandrows Anschlusstor für Unna kam zu spät.
Natürlich kann man darüber streiten, warum die Mannschaft erst unter schwierigsten Bedingungen ihr Löwenherz zeigt. Aber immerhin, sie hat es dieses Mal gezeigt. Und das haben die 2400 Fans respektiert. Auch eine gute Nachricht.

Kommentare

4 Kommentare zu “3:2 – „last man stand“ kämpft mit Leidenschaft”

  1. Schönfärber am Sa 11.02.12 13:42

    Kittmann, Du bist und bleibst die größte Pfeife im deutschen Eishockey-Journalismus !
    Aus Foren abschreiben ist das eine, dilettatische Fehlinformationen vermitteln das andere.
    Im Sport das Wort Hassprediger zu nutzen disqualifiziert Dich endgültig.
    Wie gut, das diese Texte nicht mehr in Frankfurter PRINTmedien erscheinen.
    Wenn ich so arbeiten würde (cheating und Fehler summieren) wäre ich längst gefeuert !

  2. Summer of 69 am Sa 11.02.12 17:29

    Ein Schwarzmaler mit einem Nick namens Schönfärber, auch nicht schlecht. Zunächst einmal solltest Du zwischen einem Artikel in einer Zeitung (egal ob print oder online) und einem Blog unterscheiden. Dies hier ist ein Blog und da schreibt man nunmal anders als in einem Presseartikel. Wenn Du den unterschiedlichen Stil von KIT von dort und hier nicht erkannt haben solltest, disqualifizierst Du Dich selbst…

    Im Gegenteil, ich schätze die unumwunden ehrliche Art von KIT hier in seinem Blog und auch das Wort “Hassprediger” trifft manche Beiträge im Playground exakt den Nagel auf den Kopf. Mach weiter so Kitty

  3. Matthias Kittmann am So 12.02.12 08:45

    @Schönfärber
    Danke! Viel Feind, viel Ehr!
    Dir ist es unbenommen, die Texte anderer höher einzuschätzen.
    Die inhaltliche Frage, ob die FR ohne meine Printtexte gewinnt oder verliert, sollen die Leser entscheiden.
    Zum Thema “Hassprediger”: wenn du meinen Text gelesen hast wird dir aufgefallen sein, dass ich “einige” Internetschreiber gemeint habe – nicht mehr, nicht weniger…

  4. tackleberry am So 12.02.12 19:49

    ZEIT hat/gibt heute keiner mehr – sich in der Schule zu entwickeln, am Arbeitsplatz im Sport- eine Mannschaft muss wachsen und ein “Gebilde” werden – gerade eine “neue” Mannschaft im Mannschaftssport… diese Löwen-Mannschaft gehört ergänzt..nicht alles was war ist schlecht…nur wer hat/gibt heute noch ZEIT?
    Bitte keinen “Totalanfang” MB – DANKE

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