2:4 gegen Nauheim – zu brav für diese Welt

Gegen Nauheim kann man mal verlieren. Das ist nicht nur ein Schmähgesang der Wetterauer Fans, sondern schlicht die Wahrheit.
Natürlich kann man sich nach der 2:4-Niederlage gegen Bad Nauheim über einige individuelle Fehler ärgern, kann die Abschlussschwäche der Löwen-Stürmer beklagen, sich über Ryan Fairbarns schwachen Penalty kurz vor Schluss wundern (es durfte übrigens nur ein Spieler antreten, der auch gerade auf dem Eis war; im Training gehört Fairbarn zu den besten Schützen) und man muss sogar die häufige Unkonzentriertheit im Mittelabschnitt hinterfragen.
Doch auch so reicht die Qualität gegen das beste Team der Liga nicht aus. Was auch nicht das Kernproblem ist. Übrigens hat auch Kassel bislang alle drei Spiele gegen die Roten Teufel verloren. Mangelnden Einsatz kann man den Löwen-Spielern in dieser Partie jedenfalls nicht vorwerfen.

Beddoes: „Ich habe mich in der Mannschaft getäuscht“

Das Problem ist viel mehr: Die Qualität des Teams reicht noch nicht mal gegen Teams wie Königsborn, wenn es nicht mit 100 Prozent Einsatz agiert. Diese fehlende Bereitschaft in einigen Spielen ist für Fans und Beobachter schon überraschend, noch viel mehr aber für Trainer Clayton Beddoes. Wie sehr ihn das beschäftigt zeigt die Tatsache, dass er selbst in der Pressekonferenz nach dem Nauheim-Spiel fast nur über die Partie in Königsborn sprach. „Das ICH in einem Spiel wie in Unna, wo jeder wusste worum es geht, Druck auf die Mannschaft machen musste, mehr Engagement zu zeigen, ist für mich überraschend.“
Lange hatte er gehofft (und auch geglaubt), auf Rumgebrülle, Wutanfälle wilde Gesten verzichten zu können. Noch bis vor kurzem war er sich sicher, die Mannschaft hätte aus sich heraus Charakter, würde nun in der Meisterrunde einfach einen Gang höher schalten, Eigenverantwortung zeigen. „Da habe ich mich getäuscht“, gesteht er.

Notfalls die harte Tour

Die harte Tour ist eigentlich nicht sein Ding, „aber wenn es sein muss, kann ich das auch.“ Und muss er wohl auch. Denn die Mannschaft wirkt zu brav. Vielleicht muss etwas Reibung erzeugt werden, damit das Team nicht in lauter Harmonie untergeht. „Ich werde ein deutliches Zeichen setzen“, so Beddoes.
Aus Löwen-Sicht war eine „Bastard-Aktion“ wie die von Nauheims Dylan Stanley nach seinem 2:1 bitter, als er die Zuschauer höhnisch provozierte. Doch im Grunde bräuchten die Löwen selbst so ein Typen, der mit solchen Aktionen auch ein Signal nach innen setzt. Zu Lions-Zeiten war dies ein José Charbonneau, der mit seiner Arroganz gepaart mit Können die Gegner einschüchterte. Mit Pussy-Hockey jedenfalls werden die Löwen nichts mehr reißen.

Kommentare

11 Kommentare zu “2:4 gegen Nauheim – zu brav für diese Welt”

  1. asd789789 am Mo 23.01.12 10:36

    Dylan wollte wohl nur die eigenen (Nauheimer) Fans anfeuern noch mehr Gas zu geben… Von daher definitiv keine “Bastard-Aktion”… Was auch immer das sein soll^^

  2. dave latta am Mo 23.01.12 13:06

    Kit, deine Äuglein scheinen schlechter zu werden, kann mich nur anschliessen, Stanley hat die Nauheim-Fans gepuscht und nicht etwa die Löwen-Fans verhöhnt. War ja auch gar nicht nötig.

  3. Trevor Young am Mo 23.01.12 15:42

    Leider werden offenkundig nicht nur die Augen schlechter. Vielmehr ist das Problem, dass Herr Kittmann in dieser Saison, in der MB Gesellschafter, Sportlicher Leiter und Cotrainer war und ist, nicht den Mut hatte, diese Konstellation frühzeitig zu kritisieren. Ein weiteres Novum in Frankfurt ist, dass ein Gesellschafter mehr im Ausland ist, als in der Eishalle. Das noch größere Problem ist für mich die Frage nach der Gewinnverwendung aus der Saison 2010/2011 und 2011/2012. Hier würden mich kritische Fragen von Herrn Kittmann interessieren. Diese Fragen sollte ein FR-Schreiber stellen und sich beantworten lassen. Um nicht wieder falsch verstanden zu werden. KIT war und ist für der MV-Reporter. Von Manni Schäfer und dem NP-Schreiber erwarte ich gar nichts.

  4. Kit´s Revenge am Mo 23.01.12 15:48

    Lieber Trevor!
    Was hat das eine mit dem anderen zu tun?!?
    Vorobjew kann sein wo er will!
    Mich kotzt es an, wenn es nicht läuft, kommen die Ratten aus den Ecken gekrochen und ätzen Forum und Gästebücher mit allerlei unsachlicher Kritik zu.

    Ein FR-Schreiber kann sie stellen. Herr Kittmann ist meines Wissens freier Journalist und schreibt überhaupt nicht mehr für die FR. Zumindest nicht über Eishockey.

    Die Gewinnverwendung steht auf dem Eis, auch wenn sie nicht funktioniert, wie ein großer Teil (nicht zu verwechseln mit Mehrheit)der Zuschauer es fordert.

    Leider fehlt dem Team das eine oder andere Puzzleteil. Das ist schade, denn Wille, Leidenschaft und eine Portion Wut, können Berge versetzen. Da braucht es auch keines Jason Young´s!

  5. tackleberry am Mo 23.01.12 17:06

    Natürlich standen auch mir gestern die Tränen in den Augen – dennoch – wegen solcher Spiele liebe ich Hockey! Und ich vertraue auf MB und CB das wir in der nächsten Saison ein engagiertes Team haben werden – sinnvoll um ein,zwei Leader ergänzt ohne die Linie zu verlassen und mit dem Geld, was wir diese Saison eingespart haben.

  6. Matthias Kittmann am Mi 25.01.12 01:42

    @Trevor
    Ja, meine Augen werden schlechter, das Alter…*grins
    Mein Verstand hoffentlich noch nicht!
    Zu deinen kritischen Anmerkungen:
    Ilja Worobjew hat vor 18 Monaten sein Privatvermögen als Gesellschafter eingesetzt. Dass er nun seine Trainerausbildung im Ausland verfolgt, kann man ihm nun wirklich nicht vorwerfen!
    Stichwort “Fehlentwicklungen”/zu späte Kritik daran:
    Bestimmte Fehlentwicklung darf und muss man kritisieren – wenn es so weit ist (also etwa bei verpassen des Saisonziels, Top 4). Selbst wenn sich jetzt schon Trends abzeichnen – noch ist nicht alles verloren.
    Dass diese Fehlentwicklungen allerdings schon zu Saisonbeginn klar gewesen wären, sehe ich nicht so. Das Konzept, vorwiegend auf junge Spieler statt auf Alt-Stars zu setzen, klang und klingt plausibel. Dass dann einige Akteure die Erwartungen nicht umsetzen konnten, steht auf einem anderen Blatt.
    Das gilt auch für die so genannten “Führungsspieler”. Klar, jetzt sieht es so, als ob dies das Manko der Löwen ist. Konnte man das ahnen? Nur bedingt. Boris Ackers ist so einer, war aber vier Monate verletzt. Von Martin Schweiger konnte man auch Leadership erwarten, ebenso von Daniel Sevo und auch von Ryan Fairbarn.
    Das gleiche gilt für das Thema Scoringtouch: Sechs Stürmer haben in der vergangenen Saison in der Oberliga (nach rund 40 Spielen) für Spitzenklubs wie Dortmund oder Bad Nauheim 20 oder mehr Tore geschossen: Kevin Thau, Martin Schweiger, Alexander Althenn, Sven Breiter und Jan Barta. Dass fünf davon diesen Wert nach 26 Spielen weit verfehlen (die Ausnahme ist Jan Barta, der mit 23 Toren jetzt schon öfters traf als vergangenes Jahr nach 54 Spielen), war ebenfalls nicht unbedingt abzusehen.
    Zusammengefasst: Kritik ist selbstverständlich nötig. Aber erstens zum richtigen Zeitpunkt und zweitens im richtigen Kontext. Das ist zumindest meine Philosophie.
    LG
    KIT
    (und nein, “kit´s revenge” hat nicht in meinem Auftrag geschrieben…lol)

  7. Johannes am Mi 25.01.12 12:58

    Sehr gute Worte von dir Kit!!!

    Ich sehe es genauso wie du! Der Weg ist der Richtige. Wir haben eine gute und vor allem eine junge Mannschaft.

    Dass es in dem ersten Jahr Oberliga gleich so gut läuft, hätte ich eigentlich nicht erwartet. Dazu muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich die Liga stärker eingeschätzt hätte.

    Ich denke, dass es das Beste diese Mannschaft in der Pause nur punktuell zu verstärken. Die vierte Reihe sehe ich noch ausbaufähig. Man darf auch nicht vergessen, dass ir nicht das Glück haben wie KS oder BN, die auf eine sehr gute Jugendarbeit zurückgreifen können. Das wurde in Frankfurt halt lange verschlafen, deswegen haben wir auch nie ein DNL Team gestellt.

    Tim Ansink ist da ein Lichtblick, der Hoffnung macht, aber auch hoffentlich nicht verheizt oder weggekauft wird.

    Von den “Führungsspielern” haben mich Ackers, Sevo und auch Fairbarn überzeugt. Alle schreien nach einem “Sniper” und die beiden treffen mit sehenswerten Aktionen in schöner Regelmäßigkeit, werden aber trotzdem immer zu kritisiert.

    Thau und Breiter scoren zwar nicht so gut wie im Vorjahr, sind aber beide in Ihren jungen Jahren in der Lage ein Spiel selbst zu entscheiden. Was will man mehr, außer die beiden noch Jahre am Ratsweg von “Coast to Coast” ziehen zu sehen.

    Was hier gerade abläuft ist leider mal wieder typisch für das Frankfurter Publikum: Kaum läuft es gut, will man plötzlich wieder alles und somit einen (wohl überhasteten) Aufstieg.

    Ich denke, dass es sinnvoller ist die Löwen Frankfurt kontinuierlich wieder nach oben zu führen und dafür zu sorgen, dass sich Spieler und Trainer langfristig an den Verein binden.

    Ich habe keine Lust drauf jedes Jahr 20 neue Namen und Nummern zu lernen, weil mal wieder nur Söldner verpflichtet wurden.

    Und jetzt noch einmal etwas zum Thema Jason Young:

    Warum schreit Ihr denn alle nach ihm?
    Wo war er denn letztes Jahr? Stimmt kaum waren die Lions pleite, war er schon in Canada. Hätte er sich einen Zacken aus der Krone gebrochen die Löwen mit aufzubauen und in die Oberliga zu führen?!?

    Sicherlich nicht und es hätte Ihn ein Stück näher gebracht, dass seine “28″ irgendwann neben Trevor unter dem Hallendach hängt, aber die trägt ja jetzt bekanntlich Roland Mayr ;-)

    Haltet also nicht so an alten Haudegen fest, die vielleicht wieder vor der Tür stehen, wenn Sie keinen Vertrag mehr in der DEL bekommen. Die zwei wahren Löwen sind letztes Jahr geblieben und haben mit Ihrem Privatvermögen investiert.

    Das viele Leute sich noch nicht von den alten Zeiten trennen können, sieht man aber auch leider daran, dass die halbe Halle noch Frankfurt Lions Fanartikel trägt *Trauer*

  8. Trevor Young am Do 26.01.12 18:53

    Lieber Kit,

    ich will Sie nicht persönlich kritisieren.

    Ich schätze Ihre Artikel seit Jahren.

    Sie sind mit Abstand der BESTE Berichterstatter.

    Eigentlich sind Schäfer und Löffler keine Journalisten.

    Ich habe, als Hindelang noch in der Eishockeynews geschrieben hat, mehrfach in Straubing angerufen und gebeten und empfohlen, dass Sie ihn ersetzen.

    In der aktuellen Saison finde ich Sie jedoch zu unkritisch. Ich bin der Meinung, dass Ihre erste Kritik erst Mitte Januar 2012 gekommen ist.

    Zu Lionszeiten hatten wir einen Cherno, der meiner Meinung der MVP der letzten Jahre in Frankfurt war. Ich halte ihn für fast unersetzbar. Damals war Kritik aus meiner Sicht selten angebracht. Aus den vorhandenen Möglichkeiten wurde stets das Optimum herausgeholt

    Ich kritisiere die Löwen Strukturen seit letzter Saison und im Forum seit Dezember 2011. Mehrfach wurde ich als Troll kritisiert.

    Stichwort MB: Er ist Gesellschafter, sportlicher Leiter und Cotrainer. Ich finde dies sind zu viele Aufgaben. Niemand kann in einer Person allen diesen Aufgaben gerecht werden. Wir wissen, dass Trainager in FFM gescheitert sind. In die freie Wirtschaft übertragen bedeutet dies, dass ein Vorstand auch sein eigener Aufsichtsrat ist. Es gibt Meterweise Literatur zu dieser Problematik: „Principal-Agent-Problem“. Dies sollte jeder BWL Student im 7-8 Semester lernen. Bei wem soll sich ein Spieler beispielsweise beschweren? Bei seinem Cotrainer, Gesellschafter und sportlichem Leiter? Die Fitness von Kunce hat ihn nicht interessiert!!! Zu spät wurde Ackersersatz geholt.

    Stichwort Finanzen: Die Löwen wurden sofort eine GmbH und keine Genossenschaft oder gGmbH. Alle vertrauen, dass die Gewinne reinvestiert werden. Kennen wir Zahlen? Wir hoch war der letzte Gewinn? Wie hoch wird der aktuelle Gewinn sein? Die letztjährigen Spieler bekamen wirklich nur eine Aufwandsentschädigung. Ich bin Dipl.-Kfm. und glaube beurteilen zu können, dass in den ersten beiden Jahren saftige Überschüsse erzielt werden und wurden. Wir keine Anreizkompatibelen Strukturen.

    Stichwort Trainer: Er ist der einzige Trainer mit NHL-Erfahrung. Er hatte bisher als Trainer keine nachweisbaren Erfolge. Er kannte niemand aus seiner Mannschaft. Er hat bestimmt vorab noch nie ein OL-Spiel gesehen. Bartmann war Meister in BL 2 mit Bremerhaven. Er war näher an der Oberliga. Aussagen zu Kunce er sei in 4 Wochen fit sind für mich lachhaft. Er trainiert wie in der NHL. Schwarzer wäre ein Topspieler. Erstes Spiel gegen Kassel. Bully vor eigenem Tor mit 4 Reihe und prompt ein Gegentor. Niemals bei Cherno! Ich glaube er ist zudem, dass er kein Geringverdiener unter den OL-Trainern ist. Aber vielleicht konnte MB besser mit Beddoes als mit Bartmann?

    Stichwort: IV. Er ist in Rußland. Er ist Gesellschafter. Er ist selten im Stadion. Will er guten Sport? Will er eine hohe Verzinsung als Gesellschafter? Er fehlt hier als Kontrolleur, wie beispielsweise ein Aufsichtsrat. Ein Gesellschafter in FFM ist mir jedenfalls lieber. Die Heuschrecken sind auch nie im Unternehmen. Sicher ist IV aber keine Heuschrecke.

    Trotzdem: Auf geht’s Löwen!

  9. Mäcks am Fr 27.01.12 00:20

    Mich stört unheimlich, dass Du hinterher alles besser zu wissen scheinst – Beispiel Trainerfrage: Läuft es andersherum und wir haben (mehr) Erfolg, ist Beddoes der sich beste vorzustellende Mann an der Seite. Dies mal als Beispiel.

  10. Johannes am Fr 27.01.12 12:26

    Ich verstehe hier nicht ganz, warum es dir geht Trevor! Die sportliche Begeisterung weicht in der Ausführung sehr schnell und auf einem stehen finanzielle und Wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund.

    Es setzt ja jeder andere Prioritäten, jedoch sehe ich es so, dass hier und auch bei den meisten Fans der sportliche Aspekt im Vordergrund.

    Ich persönlich wünsche mir eine (Profi-)Eishockey Mannschaft in Frankfurt mit der man sich identifizieren kann. Diese Aufgabe wurde für mich schon in der letzte Saison erfüllt, weil endlich ein Mentalitätswechsel gegen über den Lions stattgefunden hat.

    Wie sich diese Betriebsgesellschaft hält und wie sie firmiert ist mir relativ egal.
    Die Löwen Frankfurt interessiert es auch nicht, wie ich meine Dauerkarte bezahle, nur das ich sie (im Voraus) bezahle und ihnen somit einen weiteres Stück Planungssicherheit gebe.

    Zum Thema Bartmann:

    Ich weiß nicht, warum er hier ins Gespräch gebracht wird, da er für mich keine wirkliche Option ist oder war.

    Bartmann verbindet mit Frankfurt genauso viel wie Beddoes, nämlich eine Saison als Co-Trainer.
    Mit Kassel verbindet Ihn reichlich mehr und somit war es doch klar, dass er dort Trainer wird. Von der anscheinend deutlich höheren Finanzkraft der Nordhessen mal abgesehen.

    Zu Kunce:

    Ich selbst war von der Verpflichtung überrascht und er zählte nie zu meinen Lieblingsspielern, jedoch lässt sich seine Erfahrung (national und international) nicht wegdiskutieren. Auch wenn er nicht fit zu sein scheint, reicht dieser Zustand immer noch gegen 50% der Teams in der Meisterrunde ;-)

  11. Jason am Fr 27.01.12 17:05

    Trevor, ich will eigentlich die Diskussion hier nicht auch noch weiterführen, aber es würde wahrscheinlich schon mal helfen, wenn Du Deine Posts noch mal liest, bevor Du auf „eintragen“ klickst.
    Nur eins solltest Du als Dipl.-Kfm. eigentlich wissen, die Transparenz, die Du so ement von der GmbH forderst, findest Du im Bundesanzeiger – die Löwen GmbH ist nicht verpflichtet, den Fans ihre Zahlen offenzulegen.

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