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Weiter 6 “plus” Verletzte bei den Lions

Erholen, Verletzungen auskurieren – so lautete das Credo für fast alle DEL-Klubs während der Olympia-Pause. Das Erholen hat laut Lions-Coach Rich Chernomaz geklappt. Das Auskurieren nicht. Von den 7 Verletzten der Lions kommt zum Spiel am kommenden Dienstag in Hannover wohl nur Sebastian Osterloh (Rippe) zurück. Derek Hahn, ebenfalls mit Rippenbruch, wird frühestens am Freitag in Augsburg wieder spielen können: „Bei ihm ist die Verletzung schwerer“, so Manager Dwayne Norris.
Überraschend: Auch bei Simon Danner und John Slaney zieht sich die Genesung. Bei Danner ist weniger der Kieferbruch das Problem, er hat weiter Kopfschmerzen und musste Übungen auf dem Rad nach wenigen Runden abbrechen: „Seine Gehirnerschütterung ist schwerer, als gedacht“, so Norris. Auch John Slaneys Bauchmuskelverletzung zieht sich: „Wenn er zu den Playoffs fit ist, wäre es schon gut“, so Norris. Dazu kommt ein von den Lions nicht genannter Verletzungsfall. Nach FR-Informationen handelt es sich um Neuzugang Adrian Forster, dessen Einsatz fraglich ist. Er musste in der anbgelaufenen Woche pausieren.
Bei Worobjew, Bresagk und Tobias Wörle besteht ohnehin keine Chance auf Einsatz in der aktuellen Saison. Somit werden die Lions nur mit 6 Verteidigern und 9 Angreifern agieren können.
Gleichwohl ist das Ziel von Chernomaz klar: „Wir wollen in die Top-6. Dazu müssen wir fünf aus acht Spielen gewinnen.“

Osterlohs und Hahns Verletzungen nicht so dramatisch - Norris auf Scoutingtour

Wie fast alle Teams sehnen die Frankfurt Lions die Olympiapause herbei. Nicht nur, weil sie mit fünf Dauerverletzten und dem gesperrten Jason Young (dessen Sperre nun abgelaufen ist) ziemlich auf dem Zahnfleisch gingen. Beim Sieg gegen die Eisbären quälten sich auch noch einige andere durch die 60 Minuten. Sebastian Osterloh biss trotz einer schmerzhaften Rippenfellverletzung aus dem zweiten Drittel die Zähne zusammen. Derek Hahn musste die letzten 20 Minuten wegen Rückenproblemen passen. Nun gibt es sieben Tage komplett frei. Und die Hausaufgaben lauten: “Entspannen und abschalten”, so Trainer Rich Chernomaz.

Vertragsverhandlungen liegen noch auf Eis

Manager Dwayne Norris zieht es dienstlich nach Übersee. Im Großraum Boston wird er sechs AHL-Spiele in sieben Tagen besuchen, um für die Lions zu scouten. “Ich will generell den Markt sichten. Nicht nur für die kommende Saison, sondern auch für die mittlere Zukunft.” Aktuelle Vertragsverhandlungen wird es einstweilen nicht geben: “Ich habe allen Spielern, deren Vertrag ausläuft vor drei Wochen gesagt: Wir verhandeln erst dann wenn klar ist, wo die Lions nach der Hauptrunde stehen.” Soll im Klartext heißen: Schaffen die Lions die Top-Sechs und direkte Playoff-Qualifikation, sind die Chancen auf Vertragsverlängerung am größten. Da dies aber noch in den Sternen steht, müssen sich Akteure wie Sean Blanchard, John Slaney, Joey Tenute oder Nick Angell noch gedulden. Bei 31-Tore-Mann Jeff Ulmer ist es umgekehrt: “Ich werde mich erst am Ende der Saison entscheiden, was ich mache.”

Danner mit Gehirnerschütterung und Kieferbruch

Eine weitere Hiobsbotschaft für die Lions. Simon Danner hat sich in der Partie bei den Straubing Tigers nach einem Pucktreffer im Gesicht eine Gehirnerschütterung mit Verdacht auf Kieferbruch zugezogen: “Genaueres wissen wir erst nach einer Untersuchung am Donnerstag”, so Lions-Pressesprecher Matthias Scholze. Damit fällt Danner auf unbestimmte Zeit aus, zumindest aber bis Anfang März.

3 Punkte gewonnen – Slaney verletzt - “Oppi” mit neuer Bestmarke

Das war mal wieder ein Auswärtsspiel nach dem Geschmack von Lions-Trainer Rich Chernomaz: „Wir haben stark begonnen und aus unseren Chancen endlich auch Tore gemacht.“ Tatsächlich war die 3:1-Führung nach dem ersten Drittel in Hamburg letztlich vorentscheidend (auch wenn es streng genommen keine „Vorentscheidung“ gibt). Dennoch gingen die Lions mit dieser Führung gekonnt um, schossen zunächst das 4:1 und verteidigten in der Schlussphase das knappe 4:3 über die Zeit. „Wir waren das bessere Team, vor allem hat die Mannschaft gut zusammengehalten“, so Chernomaz weiter. Kurios: 3 Mal haben die Lions in der aktuellen Saison 5:3 gegen die Freezers gewonnen, einmal 5:2, also immer fünf Tore geschossen.

“Wright Kandidat für Vertragsverlängerung”

Herausragend dabei die 3. Reihe um Jamie Wright, Thomas Oppenheimer und Christoph Gawlik, die 3 der 5 Tore markierte. „Notnagel“ Wright, erst im Dezember lizenziert, avanciert dabei immer mehr zu einem der Top-Ausländer im Team. In 17 Spielen gelangen im 15 Punkte, darunter 7 Tore. In Hamburg machte er einen 3-Punkte-Spiel. Und in den Schlusssekunden legte Wright das empty-net-goal für Schneider auf, obwohl er selbst leicht das Tor hätte machen können. „Unter diesen Umständen ist Jamie definitiv ein Kandidat für eine Vertragsverlängerung“, so Manager Dwayne Norris. Eine offene und faire Aussage angesichts der Tatsache, dass Norris und Chernomaz den Kandier noch zu Saisonbeginn nicht für Lions-tauglich befunden hatten.
Getrübt wurde der Sieg durch die Verletzung John Slaneys im Schlussdrittel, als er nach einem geblockten Schuss mit großen Schmerzen vom Eis gebracht werden musste. Erste Diagnose: Leistenverletzung mit möglichem Adduktorenriss. Falls sich dies bestätigt, könnte für Slaney die Saison beendet sein.

Ulmer und Oppi auf Rekordjagd

Interessante Statistik-Details: +++Derek Hahn spielte in Hamburg exakt sein 1100. Bully der Saison, Bilanz: 600:500. +++Nick Angell, im Januar mitunter ein „Wackelkandidat“, addierte nach +1 gegen Düsseldorf in Hamburg +3 in der Plus/Minus-Statistik dazu.+++Thomas Oppenheimer hat seit dem Hamburg-Spiel seine persönliche Bestmarke bei den Lions erzielt: 12 Punkte, davon sechs Tore. Damit hat er zugleich seinen Rookie-Torrekord aus der Saison 06/07 egalisiert.+++Jeff Ulmer ist auf Rekordjagd: Mit seinen bislang 28 Toren in 44 Spielen hat er seine eigene Lions-Bestmarken aus der Saison 06/07 (25) schon jetzt übertroffen, zur zweitbesten Marke (Norris/2003/04) fehlt ihm noch ein Tor, zu Pat Lebeaus Rekord aus dem Jahr 2004/05 (33 in 63 Spielen) noch fünf.

Matchstrafe Young - ein Nachteil, der zum Vorteil wurde

Bei aller unterschiedlicher Auslegung: Die Schlüsselszene des Spiels gegen Düsseldorf war die Szene in der 50. Minute, als Jason Young DEG-Akteur Chris Harrington mit einem Ellebogen-Check gegen den Kopf niederstreckte. Der Sachverhalt war eindeutig: „Ich kenne Jason und unterstelle ihm keine Absicht“, so DEG-Coach Harold Kreis sehr sachlich, „aber der Angreifer hatte eine gewisse Verantwortung, wenn ein abwehrender Spieler ihn nicht kommen sieht.“
So hätte Young zur tragischen Figur werden können, falls Düsseldorf während des fünfminütigens Powerplays getroffen hätte. So aber fighteten die Lions sich durch, um dann später in eigener Überzahl zu treffen. „Die Unterzahl zu überstehen, war ein Motivationsschub für uns“, räumte Lions-Coach Rich Chernomaz freimütig ein. Und Kreis erkannte an: „Frankfurt hat in Unterzahl so viel Druck aufgebaut, dass wir kaum zu Chancen kamen.“ Am Ende stand ein hart erkämpfter Lions-Sieg, der zumindest eines bestätigte: Sie können zwar derzeit keine Siegesserie aufbauen, aber sie verlieren auch nicht zweimal in Folge. Allerdings hat Chernomaz durch die Matchstrafe für Young nun weiter das Problem, dass immer nur Akteure mit deutschem Pass ausfallen. In Hamburg am Freitag wird er erneut in der Offensive auf den AL-Postionen rotieren – gegen Düssledorf musste Joey Tenute auf die Tribüne. Wie es gegen Iserlohn am Sonntag aussieht, lässt er noch offen.

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