Spontanes Kabinenfest bei den Derby-Siegern!
Co-Trainer Clayton Beddoes schleppte Bierflaschen. Ausnahmsweise musste er mal nicht quälend lange Video-Analysen auswerten. Das Trainerteam der Lions gab eine Runde Pils für die Mannschaft aus. Ein spontanes Kabinenfest nach dem 2:1-Sieg gegen die Mannheimer Adler. Goalie Ian Gordon, noch am Montag bei Rhein-Main-TV sehr selbstkritisch, meinte: „Das haben sich die Jungs wirklich verdient.“ Dass er maßgeblichen Anteil am Sieg hatte, sprach der bescheidene „Gordo“ nicht aus. Aber vielleicht hatte er mit seiner Selbstkritik den Anfang gemacht: „Jeder muss in den eigenen Spiegel schauen – und nicht in den des anderen.“
Foster: “Gutes Debüt”
„60 Minuten Eishockey, statt 40 oder 50“, so Rich Chernomaz Anforderung schon seit Wochen. „Das ist schwerer, als es sich anhört“, so Derek Hahn. Der Musterprofi, seit zweieinhalb Jahren vielleicht der konstanteste Lion überhaupt, hatte selbst zuletzt ein kleines Tief. Gegen Mannheim war er an beiden Toren beteiligt.
Gut dabei auch Neuzugang Adrian Foster. Nach 20 Sekunden wäre ihm fast sein erstes Tor gelungen. Doch auch so war „sein Debüt gelungen“, so „Cherno“. Foster spielt körperbetont, hat ein gutes Auge. Zum Ende setzte ihn der Trainer sogar in Unterzahl ein. 36 Stunden nach seiner Ankunft und den Jetlag in den Beinen war auch Foster selbst zufrieden: „Wow! Die Atmosphäre war toll. The guys told me about the „Derby“. Es hat viel Spaß gemacht.“
Schwab: from zero to heroe
Und natürlich Tobias Schwab, warum auch immer teamintern „Traubi“ genannt. „Der Junge macht Spaß“, so Derek Hahn. „Das war wohl das beste Spiel seiner Karriere“, meinte Rich Chernomaz, „ich bin sehr stolz auf ihn.“ Als gebürtiger Kasselaner, der in Bad Nauheim spielt für Frankfurt das Derby gegen Mannheim zu entscheiden – das ist schon eine besondere Story. Beim Freibier hielt er sich übrigens zurück: „Ich muss ja morgen wieder für die Roten Teufel spielen.“ Respekt!
Meeting der Rhein-Main-Klubs: Positives Fazit
Im Vorfeld der Partie am vergangenen Freitag gegen Nürnberg hatten die Frankfurt Lions und die Young Lions alle Eishockey-Klubs im Rhein-Main-Gebiet zu einer Gesprächsrunde eingeladen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu diskutieren. Mit dabei: Die Roten Teufel Bad Nauheim, der RSC Darmstadt, die EG Diez-Limburg, der EV Wiesbaden sowie der TSV Schott aus Mainz und Aschaffenburger EV aus Bayern. Von Seiten der Lions GmbH waren Sportdirektor Erich Kühnhackl und Eigentümer Siggi Schneider dabei.
Nicht nur Erich Kühnhackl war überrascht, “dass die sportlichen Rivalitäten in der Frage, wie man an einem Strang ziehen kann, so gut wie keine Rolle spielen.” Die Gruppe war sich schnell einig, dass der Eishockeysport nur gemeinsam nach vorne gebracht werden könne. Zunächst wurde der Status der Nachwuchsarbeit jedes Vereins erfasst, um daraus gemeinsame Idee zu entwickeln. Erster Schritt so eine gemeinsame Datenbank allet aktiven Nachwuchsspieler sein, die den Leistungsstand der jeweiligen Spieler wieder gibt, um eine leistungsgerechte Förderung zu gewährleisten. Zwar gab es Bedenken, dass kleinere Klubs Leistungsträger verlieren könnten. Andererseits könnten Spieler zum Einsatz kommen, die bei höherklassigen Klubs (noch) keine Spielmöglichkeit haben.
“Wir sind an diesem Tag einen großen Schritt weiter gekommen”, so Erich Kühnhackl. Grünes Licht für die gemeinsame Intitiative, die per Förderlizenzprogramm den Austausch von Spielern erleichtern soll, gab es auch vom HEV, der durch seinen 1. Vorsitzenden Bernhard Sturm vertreten war.
Neuzugang Foster spielt gegen Mannheim - Gawlik auch
Lions-Neuzugang Adrian Foster hat keine Zeit verloren. Am Mittwochmorgen um 6.18 Uhr am Frankfurter Flughafen eingetroffen, ging der 28-Jährige gleich um 11 Uhr mit den neuen Kollegen aufs Eis. Trainer Rich Chermomaz bescheinigte ihm “schnell auf den Schlittschuhen zu sein. Einen guten Schuss hat er auch.” Da Josh Langfeld noch angeschlagen ist, wird Foster Center spielen zwischen Eric Schneider und Torjäger Jeff Ulmer.
Mit großer Wahrscheinlichkeit kehrt auch Christoph Gawlik nach seiner Verletzung zurück ins Team. Zudem stößt Tobias Schwab vom EC Bad Nauheim zum Kader, sodass die Lions nominell mit vier Angrifssreihen spielen können.
Adrian Foster verstärkt die Lions
Die Frankfurt Lions sind auf der Suche nach einer Verstärkung fündig geworden: Der Kanadier Adrian Foster wird ab sofort zum Kader stoßen und könnte am Donnerstag gegen die Mannheimer Adler spielen, sofern alle bürokratischen Hürden absolviert sein sollten. Da Josh Langfeld noch angeschlagen ist, kann Foster als 10. ausländischer Stürmer auflaufen.
Der 28-jährige Stürmer war zuletzt für den KHL-Klub Dynamo Riga tätig und absolvierte in dieser Saison zehn Spiele für das lettische Team (vier Scorerpunkte). In der Spielzeit 2008/09 stand der 183 cm große und 90 kg schwere Stürmer im Aufgebot der Red Bulls Salzburg und erzielte in insgesamt 52 Spielen 19 Tore und gab 24 Vorlagen. Zuvor verbrachte der Kanadier seine Karriere ausschließlich in Nordamerika und absolvierte 196 Spiele in der American Hockey League (AHL) für Albany, Houston und Lowell, hatte allerdings häufig mit Verletzungen zu kämpfen. 2001 wurde Foster in der NHL in der ersten Runde (28.) von den New Jersey Devils gedraftet.
„Adrian ist ein teamorientierter Zwei-Wege-Stürmer, der unser Spiel in der eigenen Zone stabilisieren und gleichzeitig Akzente in der Offensive setzen soll. Er wird als Center zudem am Bullypunkt für Entlastung sorgen“, so Lions-Manager Dwayne Norris.
6:5 gegen Nürnberg…alles über die Statistik-Lüge
Wie bitte schön, soll man ein Spiel analysieren, in dem Team A erst drei Tore in Folge schießt, dann Team B vier und Team A wiederrum drei in Folge wie beim 6:5-Sieg der Lions gegen die Ice Tigers? Man bräuchte 3 Seiten. Aber einen Versuch ist es wert.
Statistiken verraten nicht alles
Eines vorweg: Selten hat die Plus/Minus-Statistik so wenig Aussagekraft wie in diesem Spiel. Zum Beispiel 1: Michel Periard stand zwar bei -3, traf aber zum Siegtor. Beispiel 2: Joey Tenute endete bei +2, fiel aber offensiv – jedenfalls bei den Toren, kaum auf. Beispiel 3: Kapitän Eric Schneider hatte viel Pech am Stiefel, schoss aber das 3:1. Ex-Kapitän Jason Young schoss zwar kein Tor, stand aber drei wichtigen Toren auf dem Eis und endete mit +2.
Insgesamt ein Spiel gegen jede Statistik. Außer bei Jamie Wright. Der traf zum ersten Hattrick seiner Profi-Karriere. (Zur Erklärung: Im ango-amerikanischen Sprachraum wird nur zwischen „hattrick“ - drei Tore – und „natural hattrick“ - 3 goals in one period unterschieden. Den „lupenreinen Hattrick“ (3 ohne Unterbrechung) gibt es dort nicht).
Wright: Erster Hattrick bei den Profis
Und nicht nur das: Wright zum 1:1, Wright zum 5:5 und Wright-Pass zum 6:5. War der Kanadier deswegen spektakulär? Ehrlich gesagt: Nein. Aber ungemein schlau – und effektiv! Denn gegen effektive Nürnberger setzte er seine persönliche Effektivität. Manchmal brauchen die Lions in ihrer aktuellen „Lack-of-cleverness“-Phase genau das! Nürnberg wirkte über das ganze Spiel reifer. Die Lions wild entschlossen. Manchmal hilft das – plus ein Typ wie Wright.


