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Thema Norris: Alles ist möglich

Bedauerlicherweise stand dieses Thema nicht online, deshalb zusammengefasst: Die Entscheidung ist vertagt. Die Frankfurt Lions werden zunächst nicht ihre zum 31. Dezember befristete einseitige Option zur Vertragsverlängerung mit Manager Dwayne Norris ziehen. „Da gibt es nichts hinein zu interpretieren“, so Siggi Schneider, Sprecher der Eigentümergruppe, „manchmal muss man Optionen auch mal auslassen, um in Ruhe eine Entscheidung zu treffen.“ Knackpunkt ist offensichtlich nicht Norris´ Tätigkeit in Sachen Spielerverpflichtungen/ Beobachtung, sondern weitere möglichen Betätigungsfelder. „Unsere Planung für die kommende Saison und die mögliche Vertragsverlängerung mit Spielern ist von dieser offenen Frage in keiner Weise beeinflusst“, versichert Schneider.

Cherno: “Bitter, aber kein Vorwurf.”

Das Leiden der Lions ist noch nicht zu Ende. Obwohl die Lions beim Gastspiel bei den Nürnberg Ice Tigers ihre beste Leistung seit langem abgeliefert haben, verloren sie dennoch höchst unglücklich durch ein Tor vom Andre Savard in den letzten 32 Sekunden mit 2:3. „Natürlich schmerzt das“, so Trainer Rich Chernomaz, „aber ich kann dem Team dieses Mal keinen Vorwurf machen: Endlich haben wir 60 Minuten hart gearbeitet.“
Deshalb gab es auch keine Kritik: „Jeder hat seinen Job gut gemacht. Da kann man mit der Niederlage leben, auch wenn sie natürlich weh tut.“ Für Lasse Kopitz (Rückenbeschwerden) und Sebastian Osterloh (Grippe) spielten Daniel Kunce und Jamie Wright in der Verteidigung, auch das sehr zur Zufriedenheit von Chernomaz: „Good job.“ Aber wenn es nicht läuft, dann
verliert man auch Spiele mit einer Schussbilanz von 40:28.
Cherno sieht dies als Lernprozess: „Ohne ein Tief wäre die Mannschaft nicht bereit für die wirklichen Krisen. Ich bin sicher, die Jungs haben es jetzt kapiert.“

Worobjews angebliches Karriereende eine “Ente”

Am vergangenen Freitag staunten die Frankfurt Lions nicht schlecht über die Meldung einer Nachrichtenagentur, die auch in diversen Internetdiensten und dem Videotext verbreitet wurde, nach der Ilja Worobjew laut Trainer Rich Chernomaz seine Karriere beenden müsse. Eine Ente, wie sich herausgestellt. “Ich habe zwar nach wie vor Probleme wegen meiner Gehirnerschütterung. Doch von einem Karriereende kann noch keine Rede sein”, so Worobjew selbst während dem Lions-Spiel gegen Hannover.

All right, Wright

Jetzt also doch mit Jamie Wright. Man durfte gespannt sein, wie sich der 33-Jährige bei seinem ersten Spiel für die Lions, am Donnerstag in Augsburg, schlägt. Und wie er von Rich Chernomaz eingesetzt wird, ob er eine echte Chance erhält.
Fazit: Obwohl die Situation für ihn nicht einfach war und in ein Lions-Team kam, dessen Selbstvertrauen angeknackst war, lief es für Wright gut. Er wurde von Cherno von Beginn an in Unterzahl eingesetzt und war mit dafür verantwortlich, dass die Lions ohne Unterzahl-Gegentor blieben. Im Angriff spielte er mit Simon Danner und Christoph Gawlik. Dort gab er entscheidende Impulse, etwa bei Sebastian Osterlohs wichtigem 2:2-Ausgleich (übrigens das erste Tor für Osterloh seit übet einem Jahr und das 100. der Saison für die Lions9. Und, er stand bei keinem Gegentor auf dem Eis. Besser konnte es für den Kanadier wohl kaum laufen.
Im Vorfeld hatte Cherno überlegt, Wright in die Reihe zu Derek Hahn zu stecken, die zuvor vier Spiele lang ohne Tor geblieben war. Im Nachhinein hatte Cherno den richtigen Riecher, die Hahn-Reihe mit Jason Young und Josh Langfeld machte auch so ihr Tor, das 3:2.
Angesichts der Situation der Lions vor dem Spiel wäre es auch fahrlässig gewesen, Wright nur Alibi-Einsätze zu geben. Zwar ist es kein Geheimnis, dass die Lizenzierung von Wright eher auf Druck von Eigentümer Siggi Schneider zustande kam – Manager Dwayne Norris hatte zuvor immer betont, dass das Kapitel Wright beendet sei. Doch es waren sowohl wirtschaftliche Überlegungen (Wright muss wegen seines Vertrages ohnehin bezahlt werden) als auch Bilanz beim Schweizer B-Ligisten HC Sierre mit 20 Punkten in neun Spielen, ihn statt eines anderen Kontingent-Spielers zu nehmen, von dem man nicht wirklich weiß, ob er ins Team passt. Denn menschlich gab es an Wright nichts auszusetzen. Und irgendwie konnte es ja auch kein Zufall sein, dass er vor zwei Jahren in Düsseldorf 22 Tore gemacht hatte und auch zuvor in der AHL ein zuverlässiger Scorer war.

„Es fehlt der Hunger“

Bitter, ganz bitter dieses 2:5 gegen die DEG. Klar, man kann verlieren gegen die beste Abwehr der DEL. Aber so? „Wir waren nicht hungrig genug“, so Lions-Coach Rich Chernomaz, „keine taktische Disziplin.“ Nach sieben Siegen im November haben die Lions bei vier Niederlagen in Folge ihre Linie verloren. „Nicht genug Körper vor dem Tor, zu wenig Forechecking in der neutralen Zone.“
Dem gibt es wenig hinzu zu fügen. Die 2:0-Führung nach 2 Minuten half da wenig. Was erstaunlich ist, nachdem die Lions zuvor sechs Mal in Folge 0:1 zurücklagen. Düsseldorf kam noch im ersten Drittel auf 2:2 zurück – DEG-Trainer Harold Kreis: „Ok, wir hatten noch 58 Minuten.“ Normal eine Comeback-Haltung der Lions. Aber nicht an diesem Tag. „Uns fehlt derzeit der Hunger, wir spielen zu passiv“, so Cherno.
Nach dem Spiel dauerte es fast 30 Minuten, bis Chernomaz zur Pressekonferenz kam: „Ich habe vier, fünf Sachen angesprochen, die wir falsch gemacht haben.“ War er laut? „Nein. Wir haben momentan ein mentales Problem, da hilft es nicht, draufzuhauen.“
Aber was kann der Trainer tun? Cherno nimmt das gesammte Team in die Verantwortung: „Groß reden hilft da nichts. Jeder einzelne muss aufstehen und sagen: Jetzt langst! Lasst uns besser spielen.!“ Nach dem 1:3 gegen Berlin konnte man noch sagen: „Pech gehabt.“ Nach dem 2:5 gegen die DEG bleibt nur die Erkenntnis: „Schlecht gespielt. Jeder muss an sich selbst arbeiten.“

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