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Cherno nach Hamburg-Sieg: „Unsere Youngster waren stark“

„Pflichtsieg“ heißt es klischeehaft, wenn man gegen den Tabellenletzten gewinnt. Aber was ist schon Pflicht in dieser DEL? Erst recht, nachdem die Lions am Freitag gegen den damals aktuell Letzten Straubing verloren haben. Oder in Hamburg, wo sie sich schon so häufig schwer getan haben.
So war auch Rich Chernomaz eine Stunde nach dem 5:3-Sieg noch angespannt. „Tough game? No! We outworked them!“ - Enges Spiel? Nee, wir haben härter gearbeitet! „We played fucking smart.“ Was man frei übersetzen könnte mit: „Wir haben schlau gespielt.“ Besonders in jenen Phasen, wo die Freezers noch einmal ran kamen. Nach dem 1:1, als Nick Angell in Unterzahl traf. Nach dem 2:3, als Gawlik erhöhte, nach dem 3:4, als Hahn zum 5:3 traf.
Entscheidend für Chernomaz war aber, „dass wir die neutrale Zone kontrolliert haben.“ Das sah am Anfang vorsichtig aus, was aber das richtige Rezept gegen die verunsicherten Freezers. Die mussten kommen, blieben aber meist schon vor der Lions-Zone hängen. Daraus - „off the rush“ - resultierten drei der fünf Frankfurter Tore.
„Unsere jungen Spieler waren heute sehr stark“, lobte Chernomaz. So schoss etwa Christoph Gawlik nicht nur zwei Tore, sondern war auch am 3:1 durch Jeff Ulmer beteiligt. Im Übrigen bekam auch der Bad Nauheimer Förderlizenzspieler Tobias Schwab einige Einsätze.

Entspannt verloren

Schlecht, einfach nur schlecht. Natürlich kann man die 2:3-Niederlage der Lions auch konkreter zusammenfassen: „Zu viele Fehler in der Defensive, zu viele Fehler in der neutralen Zone, zu viel dumme Strafzeiten“, so Rich Chernomaz. Was auf´s Gleiche hinauskommt. Auch Derek Hahn räumte ein: „Bevor wir auf unser Talent bauen, müssen wir zunächst härter arbeiten.“
Es sind diese typischen Wellentäler. Nach Siegen gegen Topteams wie Berlin und Köln schleicht sich die (scheinbare) Leichtigkeit des Seins ein bei den Lions. Zwei Drittel gegen Nürnberg nach klarer Führung, 40 schwache Minuten in Kassel, 50 schwache Minuten gegen Straubing. „Zu lange Pässe statt Kurzpass-Spiel“, so Chernomaz, „und zu hektisch.“
Es stimmte von hinten (Ausnahme Ian Gordon) – und zu zu laxem Spiel in der Abwehr bis zum kompliziertem Spiel in der Offensive nicht. Nada de Nada.
Tatsache ist: Auch gegen einen Tabellenletzten gewinnt man Spiele nicht en passant. Das haben die Lions jetzt auch festgestellt.

Cherno: “10 tolle Minuten reichen nicht immer”

Das ist typisch „Cherno“. Nach dem 4:2 gegen Nürnberg meinte er trocken: „Nürnberg war 40 Minuten die bessere Mannschaft.“
Nicht im Ernst? „Doch.“ Hmm. Aber Rich Chernomaz hat ein spezielles Gespür. Auch nach 6 ½ Jahren bei den Lions. „4 Tore bei 7 Schüssen ist schön - aber kein Alltag.“ Die 10-Minuten-Gala der Lions war toll, hat Cherno aber nicht geblendet.
Aber was kann man dem Team vorwerfen? Unterbewusst einen Gang runtergeschaltet zu haben?
Tut Chernomaz auch nicht: „Ich kann das verstehen.“
Aber: „In Kassel müssen wir wieder 60 Minuten bereit sein.“ Besonders im Mittelabschnitt wollten die Lions zu schön spielen – und vergassen den „Lock“ an der Bande in der neutralen Zone. Aber: Sie konnten den Schalter wieder umlegen. In den letzten 15 Minuten kontrollierten sie das Spiel wieder. Zwar ohne Brillianz, aber effektiv.
Auch das macht ein gutes Team manchmal aus.

Ower soll Chance bei den Indians bekommen

Überraschende Wendung in Sachen Förderlizenzregelung für Lions-Backup-Goalie Thomas Ower. Nachdem für den 23-Jährigen beim ursprünglichen Kooperationspartner Schwenninger Wild Wings kaum Chancen für Einsätze bestehen, stehen die Lions „kurz vor einer Einigung mit den Hannover Indians“, so Manager Dwayne Norris. Die Niedersachsen, Aufsteiger in die 2. Bundesliga, haben Probleme auf der Torhüterposition, nachdem Benjamin Voigt verletzt ist und Marek Mastics Leistungen schwanken. Im Gegenzug soll Hannovers dritter Torhüter Dennis Korff eine Förderlizenz für die Lions erhalten. „Thomas hat es verdient, regelmäßig zu spielen“, so Norris.

Gogulla und Schwab jetzt FöLi-Spieler

Patrick Gogulla (20) und Tobias Schwab (23), beide vom Oberligisten EC Bad Nauheim, sind nun auch offiziell Förderlizenzspieler der Lions. Sie bestritten bereits die komplette Vorbereitung mit den Frankfurter Profis. Nach einigen kleinen Ungereimtheiten zwischen den Roten Teufeln und den Lions haben sich beide Klubs nun auf einen Förderlizenz-Deal geeinigt, so Lions-Manager Dwayne Norris. Die Lions übernehmen auch einen gewissen “finanzielle Verantwortung”. Künftig sollen die beiden zweimal pro Woche in Frankfurt mittrainieren. Zu den Spielen werden sie allerdings nur stoßen, wenn Bad Nauheim nicht selbst ein Spiel hat.

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