Lions erst gegen Augsburg, dann in Hannover
Das Auftaktprogramm der Lions zur neuen DEL-Saison steht fest. Sie starten am Freitag, den 4. September mit einem Heimspiel gegen die Augsburger Panther, dann geht es am Sonntag, den 6. September zum 2009er Vorrunden-Vize und Halbfinalisten Hannover Scorpions. Die Saison wird wieder in der klassischen Doppelrunde gespielt, bei 15 Teams gibt es zwar insgesamt 60 Spieltage, pro Klub jedoch “nur” 56 Spiele.
Center Joey Tenute kommt
Dritter ausländischer Center bei den Lions neben Chris Taylor und Derek Hahn wird Joey Tenute. Auf den ersten Blick kein Akteur, der spektakulär wirkt. Betrachtet man aber die bisherigen Stationen des Kanadiers aus Hamilton/Ontario, sieht das schon anders aus. Zuletzt spielte Tenute (ausgesprochen: “Tenuutii”) für Jokerit Helsinki in Finnland. Dort war er mit 19 Toren und 22 Assists Topscorer des Teams. Auch die vorherige Vita des erst 26 Jahre alten Stürmers liest sich nicht schlecht. Nach sehr soliden Jahren in der Ontario Hockey League trumpfte Tenute 2004/05 in der ECHL für die South Carolina Stingrays so richtig auf und erzielte 36 Tore sowie 42 Vorlagen. Auch für das AHL-Topteam Herschey Bears traf er in zwei Spielzeiten (2005-2007) jeweils mehr als 22 (33 Assists) und 32 mal (40 Vorlagen.. 2007/08 spielte er für San Antonio Rampage, Bilanz 23 Tore, 28 Assists.
Tenute ist also nicht nur ein guter Torjäger, er setzt auch seine Nebenleute gut ein, wie die ausgewogene Tore/Vorlagen-Statistik belegt. Dazu hat er die gewünschte Europaerfahrung. Würde man den offiziellen Körpermaßen trauen, wäre Joey Tenute nur knapp über 1,60 Meter klein, tatsächlich ist er 1,75 und 86 Kilo ein kompakter Typ. Laut Manager Dwayne Norris ein “Giftzwerg”, ähnlich sie Christoph Gawlik. “Wir wollten einen jungen und schnellen Spielen, der noch hungrig ist”, so Norris, “Tenute bringt diese Qualitäten mit.” In welcher Hierachie Tenute unter den Mittelstürmern anzusiedeln ist, dazu wollte sich Norris noch nicht festlegen: “Erfahrungsgemäß sieht im Training immer alles anders aus als auf dem Papier.”
Biron wechselt nach Hamburg
Die zweite Vertragsauflösung scheint unter Dach und Fach. Nach Pat Kavanagh (Ingolstadt) haben die Lions auch für Matthieu Biron einen Abnehmer gefunden. Der 29-Jährige wechselt zu den Hamburg Freezers. Noch im vergangenen Dezember hatten die Lions den Vertrag mit Biron verlängert, doch danach ging seine Formkurve kontinuierlich nach unten. Außerdem war er nie der erhoffte Faktor im Powerplay. Die offizielle Bestätigung der Lions für die Vertragsauflösung steht zwar noch aus, doch das dürfte lediglich eine Formsache sein.
Erich Kühnhackl neuer Sportdirektor
Das ist eine faustdicke Überraschung: Erich Kühnhackl wird ab dem 1. Juli Sportdirektor der Frankfurt Lions Eishockey GmbH.
Der Tätigkeitsschwerpunkt des 58-Jährigen bei den Frankfurt Lions wird dabei auf der Jugend- und Nachwuchsarbeit liegen. Die Geschäftsleitung der Lions hatte bereits mehrmals öffentlich angekündigt, die Arbeit in diesem Bereich in Zukunft deutlich zu intensivieren und lässt nun den Worten entsprechende Taten folgen.
Siggi Schneider (Vorstandsvorsitzender SSD AG): „Seit unserem Amtsantritt haben wir deutlich gemacht, welch bedeutende Rolle die Nachwuchsarbeit in unseren zukünftigen Planungen spielt. Mit Erich Kühnhackl haben wir die herausragende Persönlichkeit im deutschen Eishockey für eine langfristig angelegte Zusammenarbeit gewinnen können.“
Verantwortlich für den Profibereich bleiben nach wie vor Manager Dwayne Norris und Trainer Rich Chernomaz. (Mehr dazu in der Online- und Printausgabe der FR)
Kavanagh wechselt nach Ingolstadt
Es war abzusehen, dass Pat Kavanagh der erste jener drei Kandidaten sein würde, dessen Vertragsauflösung den Lions am schnellsten gelingt. Der 30-jährige Kanadier heuert künftig beim ERC Ingolstadt an. Die Panther übernehmen zudem wohl auch dessen Vertrag eins zu eins, so dass den Lions aus der Auflösung keine finanziellen Verluste entstehen. Nun steht noch die Vermittlung von Matthieu Biron und Jamie Wright aus.
Aus den Statistiken von Pat Kavanagh lässt sich am wenigsten herauslesen, warum die Lions nicht mehr an einer weiteren Zusammenarbeit trotz Zwei-Jahres-Vertrages interessiert waren. Mit 15 Toren und 25 Assists war Kavanagh drittbester Scorer der Lions. Seine “Skills” auf dem Eis sind unbestritten. Allerdings weist seine Plus/Minus-Bilanz von -11 auf gewisse Defensivschwächen hin. Immerhin war der Kanadier einer der Wenigen, die in den Pre-Playoffs gegen Hamburg noch zulegen konnte. Allerdings merkte Manaer Dwayne Norris zu Recht an: „Hätte er schon vorher so gespielt, hätten wir uns die Pre-Playoffs sparen können.“
Ein Störenfried?
Doch die tieferen Gründe waren andere. Kavanagh war ein lustiger Kerl, was als solches nicht weiter schlimm gewesen wäre. Doch er nahm es auch mit seiner Profi-Einstellung nicht immer ernst. So hat er sich oft ums Krafttraining herumgemogelt. Als er das ein oder andere Mal auf der Tribüne sitzen musste, weigerte er sich anschließend, beim obligatorischen Training der Reservisten mitzumachen. Solche Eskapaden führten nicht zu Ärger mit Trainer Rich Chernomaz, sondern auch zu einer heftigen Auseinandersetzung mit Kapitän Jason Young. Darüber hinaus soll Kavanagh laut Chernomaz die junge Deutschen mit seiner Lässigkeit angesteckt und aufgewiegelt haben. Kurzum, einer jener Faktoren, warum die Chemie in der Mannschaft zum Schluss hin immer schlechter wurde.


