Ein Engel für Biron
Lions-Manager Dwayne Norris ist bei der Suche nach Verstärkung für die Abwehr der Frankfurt Lions fündig geworden: Aus dem schwedischen Jönköping wechselt der US-Amerikaner Nicholas „Nick“ Angell (über die Aussprache des Namens streitet man sich noch) für die kommende Saison zu den Lions. Er soll die Position von Matthieu Biron besetzen, womit auch klar ist, dass Biron definitiv (trotz Vertrag) nicht mehr für die Lions auflaufen wird. Und bei aller Vorsicht: er könnte sich einreihen in die Liste der Blueline-Monster a la Forster, Snell, Ratchuk, Podradsky oder Regehr.
Der 29-jährige Offensiv-Verteidiger spielt bereits seit 2003 in Europa, vorrangig in Schweden. Seine Karriere begann er dort zunächst als 23-Jähriger in der zweithöchsten schwedischen Liga bei IFK Arboga. Im Jahr darauf spielte er in Norwegen für die IF Frisk Asker Tigers, ehe er wieder nach Schweden zurückwechselte. Nach einem weiteren Jahr in der 2. Liga (Bofors IK) holte ihn Brynäs Gävle in die Elitserien, wo Angell mit 14 Toren und 13 Vorlagen in 49 Spielen sowie fünf Punkten aus sieben Play-Off-Partien auf sich aufmerksam machte. Für die Saison 2007-08 wechselte der Rechtsschütze nach Finnland zu Tappara Tampere, kehrte aber nach 13 Spielen in der dortigen SM-Liga zurück zu Brynäs. 2008-09 begann er zunächst in Norwegen bei den Stavangar Oilers (vier Spiele), ehe er von HV 71 Jönköping wieder nach Schweden geholt wurde. Mit dem Klub erreichte Angell 2009 das Finale, wo er mit seinem Team gegen Färjestads BK unterlag.
Angell ist 1,85 Meter groß und wiegt 89 Kilo. Für Manager Dwayne Norris war die Tatsache, dass der neue Mann bereits über internationale Erfahrung verfügt, ein wichtiger Grund für die Verpflichtung: „Nick ist ein guter Blueliner, der unserem Powerplay den notwendigen Druck von der blauen Linie verleihen soll. Er verfügt über einen starken Schuss und hat in Europa auf hohem Niveau gespielt.“
Somit ist in der Defensive lediglich noch ein Import-Platz zu besetzen, der eines Stay-at-home-Defenders.
Lions kooperieren mit Schwenningen
Nun steht fest, mit welchem Klub die Frankfurt Lions in Zukunft kooperieren werden. Es sind die Schwenninger Wild Wings aus der 2. Liga. Lose Kontakte gab es schon immer, zu Trainer Axel Kammerer und Manager Stefan Wagner pflegt Norris ein gutes Verhältnis. Dennoch galt es zu klären, welchen Nutzen beide Klubs von der Zusammenarbeit haben. Dies wurde nun vor der Abreise von Norris in sein Sommerdomizil in Michigan fest gezurrt. Förderlizenzspieler sollen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch in Frankfurt mittrainieren und die ein oder andere Chance erhalten. Vor allem den talentierten Robin Just haben die Lions dabei im Auge. Im Gegenzug könnte Backup-Goalie Thomas Ower in Schwenningen einige Spielpraxis bekommen, “etwa 10 bis 15 Spiele”, so Norris. Kurios, dass der Ex-Tölzer Ower bei den Wild Wings auf Steve Silverthorn trifft, der zuletzt auch für die Tölzer aktiv war.
Jeff is back
Jeff Ulmer kehrt zu den Frankfurt Lions zurück. Der Stürmer hat einen Vertrag für die kommende DEL-Saison unterschrieben. Bereits von 2006 bis 2008 trug der 32-jährige Kanadier das Trikot der Frankfurt Lions. „Wir freuen uns, dass Jeff in Zukunft wieder für die Frankfurt Lions aufläuft. In seinen drei Spielzeiten in der DEL hat er seine Torgefährlichkeit gezeigt und Jahr für Jahr bestätigt“, so Lions-Manager Dwayne Norris. „Zumal er ein absoluter Teamspieler ist und somit auch charakterlich zu uns passt. Das hat er während seiner Zeit, die er hier bei uns in Frankfurt verbracht hat, bewiesen. Unser Kontakt zu Jeff war nie abgerissen.“
In der zurückliegenden Saison lief Jeff Ulmer zunächst für Dynamo Minsk in der KHL auf. Er verließ den weißrussischen Klub nach nur 13 Spielen und heuerte in der Folge beim Schweizer A-Nationalligisten HC Fribourg-Gottéron und schließlich beim schwedischen Elitserienclub Modo Hockey an. Von 2006 bis 2008 ging der Stürmer für die Frankfurt Lions auf das Eis und schoss in seinen zwei Spielzeiten als Löwe insgesamt 49 Tore und gab weitere 57 Vorlagen. Zuvor war der Rechtsschütze eine DEL-Saison für die Hamburg Freezers, für die er insgesamt 25 Treffer erzielte, tätig.
Ulmer dürfte wieder ein Gespann mit Chris Taylor bilden, beide harmonierten gut zusammen. Die Lions hätten Ulmer auch gerne in der abgelaufenen Saison weiter beschäftigt, doch der Single wollte das Abenteuer KHL mit den entsprechenden Verdienstmöglichkeiten ausprobieren.
Internet-Schock: Lions-Forum schließt
Die Ankündigung kam so überraschend, dass die sonst so flotte Internet-Gemeinde im „Lions-Forum“ erst mit Verzögerung reagierte. Am Donnerstag um 16.28 Uhr wurde die Meldung „gepostet“: „Ende Mai wird in diesem Forum der letzte Beitrag geschrieben und anschließend dieses Forum geschlossen.“ Erst ewige 90 Minuten später reagierten die User - natürlich mit Bestürzung.
Oliver Senzig, “Erfinder” des Forums vor fast 10 Jahren – damals noch das „inoffizielle Forum“ - lieferte nur eine knappe Erklärung: „Gründe dafür gibt es viele, aber es ist hier nicht die richtige Stelle diese alle darzulegen. Der Hauptgrund ist aber einfach das nach 15 Jahren Internet-Arbeit für die Lions und nach 9 Jahren Lions Board mich einfach endgültig die Lust verlassen hat und ich mich nach langer Überlegung zu diesem Schritt entschlossen habe.“
Pionier im Eishockey Cyberspace
Wie alle Internet-Foren hatte das der Lions auch seine Höhen und Tiefen. Doch die Frankfurt Lions waren einer der ersten Klubs, die dank der engagierten Arbeit von Fans wie Oliver Senzig dieses (damals) moderne Medium für sich nutzen konnten. Für Viele Fans war der Blick ins „Forum“ täglich die erste Tat am Computer. Neben den Diskussionen zu sportlichen Themen „traf“ sich die Gemeinde zu unzähligen privaten Chats, es gab sogar eigene „Forums-Reisen“. Im Vergleich zu anderen Foren im Eishockey galt das Lions-Board als eines der Besten. Die Anzahl der Beiträge pro Saison ging locker in 10.000er, die „Hits“ in den Millionen-Bereich.
Nun wäre das Internet nicht das Internet, wenn es sich nicht ständig neu erfinden würde. Die Lions werden eine neue Plattform etablieren. Dennoch geht ein Stück Tradition verloren.


