Polaczek und Périard erste Neuzugänge
Die Frankfurt Lions haben die ersten Weichen für die kommende Saison gestellt. Nachdem Chris Armstrong, Bryan Muir und Jeff Heerema als Abgänge feststehen, präsentieren die Lions nun die ersten zwei Neuzugänge: Stürmer Aleksander Polaczek (28) und Verteidiger Michel Périard (29) von den Nürnberg Ice Tigers. Beide erhalten eine Zwei-Jahres-Vertrag.
Drei Abgänge und ein Todesfall
Die Frankfurt Lions haben erste Personalentscheidungen getroffen. Zehn Tage nach dem Aus in den Pre-Playoffs steht fest: Die beiden Verteidiger Chris Armstrong und Bryan Muir (der erst Ende Dezember gekommen war) sowie Stürmer Jeff Heerema verlassen die Frankfurt Lions. Damit ist nahezu sicher, dass Stürmer Josh Langfeld bleiben wird: “Es war letztlich eine Entscheidung zwischen Heerema und Langfeld”, so Norris.
Insgesamt planen Manager Dwayne Norris und Trainer Rich Chernomaz das Team auf “fünf bis sieben Positionen zu verändern”, so Norris. Das hänge davon ab, in wieweit geplante Vertragsauflösungen mit Spielern gelingen, deren Kontrakt noch ein Jahr läuft. Mittlerweile hat auch Norris offiziell bestätigt, dass Jamie Wright bei seinem Wechsel zu Saisonbeginn von Düsseldorf nach Frankfurt einen Zwei-Jahres-Vertrag erhielt. Bei Chris Taylor wurde Ende der vergangenen Saison eine Option wirksam, gemäß der der Kanadier nun bis 2010 unter Vertrag ist.
Und erst jetzt wurde bekannt, dass die Lions schon im Januar mit Matthieu Biron verlängert haben. Ein pikantes Detail, denn danach gingen die Leistungen des Verteidigers kontinuierlich nach unten.
Nach dem Tod von Lions-Besitzer Gerd Schröder zum Beginn der Saison ist nun ein weiterer Trauerfall am Ende zu beklagen. In dieser Woche verstarb der Vater von Trainer Rich Chernomaz an den Folgen eines Schlaganfalls.
Der Käpt´n sagt „Sorry“
Der Saisonabschluss für die Fans gehört bei den Frankfurt Lions traditionell dazu, auch wenn es diesmal nach dem frühen Aus in den Pre-Playoffs nicht viel zu feiern gab. Wie bei Vielem entscheidet auch hier der letzte Eindruck und der war im Kalenderjahr 2009 bei den Lions nicht der beste.
Respektabel, dass sich die Spieler den rund 500 Fans an der Eissporthalle stellten und Worte der Entschuldigung fanden: “Sorry, das war wirklich nicht so toll”, übernahm Jason Young auch in dieser Situation die Rolle des Kapitäns, “wir werden uns bemühen, diese Leistung in der kommenden Saison wieder gut zu machen.” Chris Taylor fand ähnliche Worte. Auch die Spieler hatten sich die aktuelle Runde anders vorgestellt, plausible Erklärungen für den Abschwung der vergangenen acht Wochen allerdings konnte oder wollte niemand geben.
Von den Sportlichen Verantwortlichen war lediglich Trainer Rich Chernomaz nicht da, der zu seinem schwer erkrankten Vater nach Kanada geeilt ist. So wird Manager Dwayne Norris die anstehenden Gespräche mit den Spielern in dieser Woche alleine führen. Dabei geht es nicht nur um Verträge sondern auch darum zu ergründen, was nun eigentlich den anhaltenden Leistungsabfall der Mannschaft ausgelöst hat.
Verwirrung um Vertragslaufzeiten
Es wird bei den Lions so Einiges auf den Prüfstand kommen, das ist keine Frage. Zu enttäuschend ist die Saison verlaufen, zu enttäuschend waren einige Spieler. Unklar ist allerdings, wer wie lange noch einen Vertrag hat.
Zu Saisonbeginn war Manager Dwayne Norris noch sicher: “Wir haben uns verstärkt.” Doch die Realität hielt nicht, was das Papier versprach. Weder individuell noch als Kollektiv. Das Konzept in der Defensive war, auf große, kräftige Verteidiger zu bauen. Das ging letztlich schief. Selbst wenn man Lance Ward nicht an seinem Vorgänger Jason Marshall messen sollte, offenbarte der 30-Jährige erstaunliche läuferische Schwächen und häufig Blackouts. Matthieu Birons anfänglich ordentlichen Leistungen mündeten in ein seltsames Phlegma. Zwei Fehlbesetzungen auf wichtigen Positionen. “Wir brauchen in der Defensive beweglichere Spieler”, ist die Lehre von Rich Chernomaz daraus.
Neuzugänge konnten kaum überzeugen
Auch in der Offensive gab es keine Verbesserung durch die Neuen. Noch am ehesten konnte Josh Langfeld überzeugen. Pat Kavanagh war zwar in der Serie gegen Hamburg einer der Besten, doch hatte er diese Leistung schon vorher abgerufen, wären die Lions gar nicht erst so tief gefallen. Und Jamie Wright muss man, jedenfalls als Stürmer, als Fehlgriff bezeichnen.
Auch von den etablierten Spielern konnten Einige nicht an die Leistung vom Vorjahr anknüpfen. So ging die Reihe mit Jason Young, Chris Taylor und Jeff Heererma ebenso unter, statt für die Wende zu sorgen.
“Wir werden einen Schnitt machen”, hat Trainer Rich Chernomaz schon angekündigt. Allerdings ist die Vertragslage verwirrend. Von Pat Kavanagh wusste man, dass er zu Saisonbeginn einen Zwei-Jahres-Vertrag bekam. Bei Jamie Wright ist das erst jetzt durchgesickert. Genau so überraschend ist, dass auch Chris Taylor offenbar einen Kontrakt für die kommende Saison besitzt. Eigenartig auch die Situation um Kapitän Jason Young. Intern gilt als sicher, dass mit ihm um zwei Jahre verlängert wurde. Doch bekannt gegeben wurde das nicht. Einen Vertrag für die kommende Saison haben auch Ian Gordon, Daniel Kunce, Derek Hahn, Lasse Kopitz (beide zwei Jahre) so wie Sebastian Osterloh, Tobias Wörle, Simon Danner und Thomas Oppenheimer.
Dagegen laufen die Verträge aus bei: Matthieu Biron, John Slaney, Bryan Muir, Josh Langfeld, Jeff Heerema, Ilja Worobjew und Michael Bresagk. Von diesen sieben dürften nur drei bleiben und auch vor Vertragsauflösungen will Dwayne Norris keinen Halt machen.
Die ominöse „3“
Den ersten Matchball vergeigt. Heute müssen die Frankfurt Lions zum vierten Spiel binnen fünf Tagen gegen die Hamburg Freezers erneut ran (Eissporthalle, 19.30 Uhr). Doch schon jetzt schreiben die (Pre-)Playoffs ihre ganz speziellen Geschichten.
Schlüsselzahl der Serie gegen die Hamburg Freezers ist aus Sicht der Lions die “3”. Zum dritten Mal nach 2004 und 2005 geht es in einer Playoff-Serie gegen die Hamburger, die wiederum zum dritten Mal in die Pre-Playoffs mussten. Im ersten Spiel haben die Lions dreimal einen Rückstand aufgeholt. Gleichzeitig war die Niederlage am Sonntag die dritte Heimpleite in Folge inklusive der Hauptrunde. In diesen drei Partien trafen die Lions auch dreimal nicht im Schlussdrittel. Ebenfalls zum dritten Mal in dieser Serie gegen die Freezers blieben die Lions ohne ein einziges Powerplaytor. Noch kurioser die Serie von Pat Kavanagh: In den ersten drei Spielen erzielte der Kanadier, der aus Iserlohn kam, immer das erste Tor der Lions, insgesamt, logisch, drei. Eine 3 in diesem Zahlenspiel war bis zum Sonntagabend allerdings noch ungelöst: Gelingt den Lions auch der dritte Sieg in einer Serie gegen die Freezers?


