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Gelungener Schachzug mit Wright

Da saßen die beiden Kumpel nebeneinander, nur getrennt durch Stadionsprecher Rüdiger Storch, und die Mienen in den Gesichtern konnten unterschiedlicher nicht sein. Stéphane Richer, Meister-Assistent von Rich Chernomaz 2004 und seit vier Jahren Trainer in Kassel, konstatierte zerknirscht: „Auf diesen Spielen in Frankfurt scheint ein Fluch zu liegen. Schon zum zweiten Mal in dieser Saison waren wir drauf und dran hier zu gewinnen und wieder haben wir einen Weg gefunden, zu verlieren.“
Rich Chernomaz dagegen strahlte über beide Ohren und erzählte später sogar noch einen derben Witz, der aus Jugendschutzgründen hier leider nicht wieder gegeben werden kann. Natürlich ging es auch um jene verrückte Serie der Lions, die seit 1994 noch nie zu Hause ein Hauptrundenspiel gegen Kassel verloren haben. Aber in erster Linie war „Cherno“ erleichtert, dass nach vier Niederlagen der Abwärtstrend erst einmal gestoppt ist. Und er freute sich über seinen gelungenen Schachzug, mit Jamie Wright in der Defensive deutlich mehr Stabilität gewonnen zu haben. Erst am Morgen vor dem Spiel hatte er den Kanadier, der nach seiner fünfwöchigen Verletzungspause erst eine echte Trainingseinheit absolviert hatte, gefragt: „Hast du schon mal in der Defense gespielt?“ Antwort: „Nein.“ - „Okay, dann ist das heute dein erstes Mal.“
Tatsächlich funktionierte der Schachzug überraschend gut: „Ich bin sehr stolz auf Jamie, er hat das super gelöst.“ Warum er auf diese Idee kam, erklärte Chernomaz so: „Jamie ist ein intelligenter Spieler, er weiß, was in kritischen Situationen zu tun ist. Und er ist gut im Zweikampf in den Ecken.“ Insgesamt unterliefen der Verteidigung mit nun wieder drei festen Paaren weniger Fehler, fünf gegen fünf kassierten die Lions zum ersten Mal seit langem kein Gegentor. Auch ein Verdienst von Ian Gordon, der in seinem 500. DEL-Spiel zu seiner Form zurückfand und nach dem 2:2-Ausgleich mit zwei Big Saves zur Stelle war.
Sicher, der Sieg darf nicht über noch so manche Schwäche hinwegtäuschen. Zudem sind viele Akteure angeschlagen oder kämpfen mit einer Erkältung. Aber die Lions haben ihre Comeback-Qualitäten wieder gefunden. Und das ist gewiss nicht die schlechteste Botschaft zum Ende des Jahres.

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